Begegnung mit der Geschichte

…, ist die Vorstellung des gleichnamigen Romans, der aus der Sicht der Jugendlichen Emma Koch geschrieben ist. Die Protagonistin gerät aus der Gegenwart in die Zeit des Nationalsozialismus und erfährt zwei Sichtweisen dieser Zeit: die von Opfern und die von Tätern.

Bearbeitet wurde das Projekt von Jasmin Pfundheller und Lisa Oberländer:
Wir haben unser Abitur erst vor einem Jahr abgeschlossen und sind frisch in Ausbildung bzw. Studium gestartet. An dem diesjährigen „Denktagwettbewerb“ wollen wir mit unserem Thema teilnehmen.

Es ist eine Tatsache, dass die Zeit des Nationalsozialismus schon lange vorbei ist und wir unsere deutsche Nationalität mittlerweile sehr differenziert zu dieser Epoche, unserer Geschichte sehen. Es gibt nur noch wenige Personen, die diese Zeit erlebt haben und uns davon berichten können. Der Roman soll im Ansatz andeuten, was wir heute über diese Zeit denken und was wir fühlen, wenn wir Fakten über den Nationalsozialismus erfahren.

Mit den Worten der Hauptfigur möchten wir unser Projekt einleiten:

 „Allerdings konnte ich mir gar nicht so richtig vorstellen, wie das gewesen sein muss. Ich meine, klar, man kann sich hineinversetzen, dass die Verfolgten eine schreckliche Zeit durchlebt haben müssen, aber wie es ist, in dieser Zeit zu leben, konnten wir schlecht selber erfahren. Wenn man Schicksale behandelt, wünscht man sich doch regelrecht, einmal persönlich mit den Leuten reden zu können. Was natürlich nicht passieren würde. Die meisten dieser Menschen starben viel zu jung und es war deutlich zu erkennen, dass die letzten verbliebenen Zeitzeugen nun auch immer älter wurden und verstarben. Ja, diese Phase ist eigentlich schon lange vorbei und man denkt noch immer darüber nach. Heißt das aber eventuell auch, dass das alles immer mehr in Vergessenheit geraten könnte? Keine Frage, man wird immer in der Schule den Nationalsozialismus behandeln, aber was ist mit den Leuten, von denen kaum einer etwas weiß, die selbst jetzt noch schweigen oder gar zum Schweigen gebracht wurden. Sie verbrachten ein Leben in Angst und Schrecken, aber WIR, wir können das eigentlich gar nicht richtig verstehen oder eher gesagt nachvollziehen. Wir verstehen nicht, wie so viele Leute unter der Führung eines Mannes solch schreckliche Taten verbringen konnten. Wir verstehen nicht, wie sich die Verfolgten gefühlt haben müssen. Ich denke, niemand der nachfolgenden Generationen kann fühlen, wie sich die mutigen Beschützer fühlten. Man kann nur erahnen, wieso viele Leute sich nicht getraut haben, sich dem System zu widersetzen. Viele Handlungen kann man nicht einmal nachvollziehen. Wie denn auch? Über das Erzählen? Es ist unmöglich, zu glauben, dass das reicht. Wir werden nie wissen, wie wir gehandelt hätten, ob wir selber geflohen wären. Wir werden nie vor der Entscheidung stehen, ob wir uns verstecken müssen oder gar lieber die Augen vor den leidenden Menschen verschließen, weil die Angst zu groß ist und die Möglichkeiten, Erfolg zu haben, viel zu gering sind. Hätten wir vielleicht sogar mitgemacht?