Das Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge

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Teilbereich des Lagergeländes                             Foto: Aufnahme der US-Army von 1945, Sammlung Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge                             

Im April 1944 traf im kleinen Dorf Langenstein bei Halberstadt ein erster Transport mit KZ-Häftlingen ein. Als erste Unterkunft dienten das Wirtschaftsgebäude des Gasthofes „Landhaus“ und eine Feldscheune am Ortsrand. Die Häftlinge späterer Transporte wurden in einem neu errichteten Barackenlager zusammengepfercht. Ein weiteres der zahllosen Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald war entstanden.

Unter der Tarnzeichnung „Malachit“ sollte in den nahe gelegenen Thekenbergen ein Stollensystem mit 40.000 bis 60.000 m² Grundfläche für die unterirdische Rüstungsproduktion der Nationalsozialisten gebaut werden.

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Blick in einen Seitenstollen des Systems     Foto: R. Leroy, 2012

Mehr als 7.000 Häftlinge aus 22 verschiedenen Ländern mussten dabei ihre letzten Kräfte verausgaben. Fast 2.000 von ihnen wurden von April 1944 bis April 1945 beim Bau dieses Systems durch „Arbeit vernichtet“ oder verhungerten.

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Blick in den begehbaren Teil des Stollensystems                                   Foto: R. Leroy, 2012

Am 9. April 1945, als die Alliierten immer näher kamen, gab die SS-Führung das Lager auf. 3.000 noch gehfähige Häftlinge wurden auf einen Todesmarsch getrieben, den nur etwa 500 von ihnen überlebten.

Lazarett nach der Befreiung durch die Amerikaner

US-Soldaten versorgen einen Überlebenden im Feldlazarett der amerikanischen Armee in Halberstadt                                                              Foto: Aufnahme der US-Army von 1945, Sammlung Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge

Wenige Tage später erreichten amerikanische Truppen Langenstein. Sie befreiten die rund 1.400 in Zwieberge gebliebenen Gefangenen, brachten die entkräfteten Menschen in ein Feldlazarett im Innenhof einer Halberstädter Kaserne und versuchten, ihr Leben zu retten.

Seit 1949 erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge. Sie umfasst nach mehreren Erweiterungen heute das ehemalige Lagergelände mit den Massengräbern, ein Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude sowie die Möglichkeit des Zugangs zu 120 Metern des Stollensystems.

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Dauerausstellung in der Gedenkstätte Foto: J. Becker, 2015