Zeitzeugen sterben aus – Gedenkstätten bleiben

Zeitzeugen des Holocaust werden immer weniger und noch bevor meine Generation erwachsen ist, wird es vermutlich keine Zeitzeugen mehr geben.

Das Bemühen gegen das Vergessen

Doch was bleibt sind allein in Deutschland über 200 Gedenkstätten, Museen und Archive; ein großer Teil davon an ehemaligen Orten des Geschehens und viele mit pädagogischen Programmen.

Dazu gibt es Holocaust Gedenkstätten rund um den Globus. Von Buenos Aires in Agentinien über Europa bis hin zu Japan und den USA werden der Millionen von Menschen gedacht, die aus rassisitischen Gründen unter nationalsozialistischer Herrschaft getötet wurden.

PerspekTiefen

Zeitzeugen sind sicherlich der tiefste emotionale Eingriff in unser Denken. Doch wie tief greifen Mahnmale, Gedenkstätten, Ausstellungen, Archive oder Literatur in unser Denken ein? In unsere Betrachtungsweise? In unser Handeln? In das Erinnern? Welchen Sinn hat es, das Erinnern über Zeitzeugen hinaus wachzuhalten? Machen uns Besuche von Gedenkstätten sensibler für rassistische Diskriminierung, Intoleranz gegenüber Minderheiten, Ausgrenzung und Unterdrückung? Bekommt unsere persönliche Werteordnung durch Besuche von Holocaust Gedenkstätten eine neue Dimension? Wie wird das Geschehen an den verschiedenen Orten dargestellt? Was prägt uns? Welche Wirkung hat die Art der Präsentation auf Unbeteiligte wie mich? Ich bin 16. Welche Botschaft werden wir ohne lebende Zeitzeugen behalten? Können Gedenkstätten unsere Zukunft verändern?

Meine Betrachtungen möchte ich nicht auf einen Ort reduzieren. Deshalb besuchte ich zahlreiche Ausstellungen und Gedenkstätten an verschiedenen Orten und befasste mich mit Holocaust Literatur.  Dabei machte ich einige erstaunliche Entdeckungen, die ich anhand exemplarisch ausgesuchter Gedenkstätten in Berlin, Frankfurt, Buchenwald, Dresden und Orlando, Florida auf diesen Seiten teilen möchte.

Diese Seite ist nicht schwarz

Diese Seite ist bewusst nicht in schwarz gehalten, denn auf meiner Suche nach der Nachhaltigkeit der Holocaust Gedenkstätten hatte ich einige Begegnungen, die den Erinnerungen an Holocaust auch ein anderes Gesicht geben, das nicht in der Vergangenheit liegt, sondern zukunftsweisend ist. Und unsere Zukunft sollte sich diese Farbe nicht verdienen.

Nicht was wir sehen, sondern was wir fühlen, wird uns verändern

Meine Berichte kommen ohne mahnende Bilder aus, denn Grausamkeit lässt sich nicht fotografieren. Außerdem denke ich, dass unsere Generation täglich bereits mit so vielen Bildern und Videos überladen ist, dass eigene Gedanken und Gefühle nur noch wenig Raum finden. Oft sind nicht wir es, die nach Bildern suchen, vielmehr finden die Bilder uns auf unseren digitalen Endgeräten.

Ich habe deshalb auch bewusst keine Ton- und Filmaufnahmen eingebunden, denn so bleibt es dem Leser überlassen, aus den Worten Bilder zu formen, seine Vorstellungskraft zu nutzen und selbst zu fühlen.