DEUTSCH-ISRAELISCHER JUGENDAUSTAUSCH

„Du musst laut sein damit man dich hört, damit sie merken, wir leben noch!“

 Persönliche Eindrücke von Schülern:


Juliane Köhler

 “Zögere nie, weit fortzugehen, hinter alle Meere, alle Grenzen, alle Länder, allen Glaubens.“ – Amin Maalouf

Genau wie der französische Schriftsteller Amin Maalouf haben auch wir, die Schüler der 10. und 11. Klassen des Gymnasiums Franziskaneum Meißen, nicht gezögert und uns kurzerhand für den Israel-Austausch an unserer Schule eingeschrieben.

Seit mehr als fünf Jahren pflegt unsere Schule den Kontakt zu den Partnerschulen Orth und Katzir in Holon, Israel. Bevor die deutschen Schüler für zehn Tage nach Israel fliegen, besuchen uns unsere israelischen Gäste immer im August (eines jeden Jahres). Um den Israelis eine spannende Zeit zu ermöglichen und ihnen Deutschland mit allen Facetten etwas näher zu bringen, denken wir uns für jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm aus.

Der Besuch 2018

Am späten Nachmittag des 19.09.2018 kamen die israelischen Gastschüler zum Meißner Busbahnhof, wo wir schon gespannt auf sie warteten. Jedem wurde ein israelischer Schüler vorab zugeteilt, sodass man schon über Social Media Kontakt aufnehmen konnte. Nachdem alle ihre Gastschüler gefunden hatten, ging es nach Hause zu den deutschen Gastfamilien. Hier wurde dann alles für die nächsten Tage besprochen, aber vor allem für den folgenden, der im Franziskaneum stattfinden sollte. Das wurde natürlich auf Englisch getan, denn das ist die Begegnungssprache.

Am nächsten Tag zeigten wir den Gastschülern unserer Schule. Die israelische Gruppe wurde von unserer Schulleiterin Frau Heike Zimmer herzlich begrüßt. Shmulik (Dr. Shmulik Lahar) machte dann mit uns ein paar lustige Kennlern- Spiele, damit sich alle schon mal etwas beschnuppern konnten. Anschließend zeigten wir den Israelis das Schulgebäude und nahmen gemeinsam an zwei Unterrichtsstunden teil. Am Nachmittag gingen wir in die Altstadt von Meißen und schauten uns wichtige Sehenswürdigkeiten der Stadt an, wie beispielsweise den Heinrichsbrunnen oder die Albrechtsburg. Das absolute Highlight war die Besteigung des Domes und die Erklärung der Orgel durch den Kantor Jörg Breunig.

Am darauffolgenden Tag besichtigten wir Dresden. Genauer gesagt besuchten wir am Vormittag die Ausstellung „Rassismus“ im Dresdner Hygienemuseum. Wir bekamen hier eine Führung und setzten uns intensiv mit dem Thema auseinander. Den Nachmittag verbrachten wir auf der Prager Straße, wo vor allem eines angesagt war: Shopping.

Die nächsten zwei Tage waren wir in Leipzig unterwegs. Wir fuhren mit dem Zug dorthin und schliefen eine Nacht in einem Hostel. Am Mittwoch besuchten wir das „Museum der bildenden Künste Leipzig“ und hatten dort neben einer Führung durch verschiedene Ausstellungen, die Chance selber künstlerisch aktiv zu werden, einmal mit Aquarellstiften und zum anderen mit einer Drucktechnik.

Am Donnerstag besuchten wir die Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig. Dies war besonders eindrucksvoll und berührend, da Shmulik uns Einblicke in die Leidensgeschichte seiner Schwiegermutter, Hela Gutmann, gewährte. Hela musste mehrere Jahre Zwangsarbeit für die HASAG Leipzig leisten.

Im Anschluss besuchten wir noch das Synagogendenkmal im Zentrum Leipzigs, welches an die Zerstörung in der Reichskristallnacht erinnert.

Der Freitag stand unter dem Thema „Euthanasie“. Wir fuhren nach Pirna, um in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein den Opfern des Massenmords an Kranken und Behinderten zu gedenken. Die Begehung der ehemaligen Gaskammer und der Gedenkstätte zeigte uns eindrücklich eine weitere schreckliche Facette des Dritten Reichs.

Am Wochenende stand wandern auf dem Programm. Wir fuhren mit dem Zug nach Pirna und dann mit dem Bus weiter nach Rathen, um zur Bastei zu wandern. Ein kleiner Abstecher führte uns zum Amselsee, wo wir uns Ruderboote ausliehen und viel Spaß hatten.

Am Sonntag hatten wir die Möglichkeit den Tag individuell in unseren Familien zu verbringen. So fuhren manche Familien in den Spreewald zum Paddeln oder besuchten den Escape- Room in Dresden. Jeder ließ sich etwas anderes einfallen, wobei am Ende alle viel Spaß hatten.

Bevor wir am Dienstag den letzten Tag mit den Israelis hatten, fuhren wir am Montag nach Berlin. Hier hatten die deutschen und die israelischen Schüler ein jeweils anderes Programm. Die deutschen Schüler besichtigten das Holocaust-Mahnmal und fuhren anschließend zum „Haus der Wannseekonferenz“. Das Gelände mit Blick auf den Wannsee faszinierte uns mit dem ausladenden Garten und ließ auf den ersten Blick kaum vermuten, welche menschenverachtenden Pläne hier beschlossen wurden. Durch das Museum im Inneren des Hauses bekamen wir eine Führung, in der die ganze Geschichte der Judenverfolgung aufgearbeitet wurde.

Die israelischen Schüler besuchten unterdessen Orte des jüdischen Lebens in Berlin.

Und dann war er auch schon da: der letzte richtige Tag mit unseren Gastschülern.

Mit der S-Bahn fuhren wir von Meißen nach Radebeul Ost, um von dort aus mit der Schmalspurbahn nach Moritzburg zu gelangen. Ein Spaziergang führte uns durch den Wald zum Fasanenschlösschen. Auf dem Weg zum Moritzburger Schloss genossen wir die verbleibende Zeit mit vielen interessanten Gesprächen. Am Abend fand eine kleine Abschlussfeier in der Evangelischen Akademie Moritzburg statt. Wir grillten, tanzten, lachten und konnten kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen war.

Am Mittwochvormittag mussten wir uns dann endgültig verabschieden. Unsere israelischen Freunde fuhren nach Prag und von dort aus ging es mit dem Flugzeug nach Tel Aviv.

Persönliche Eindrücke

Die Zeit mit den israelischen Gastschülern war alles in allem unbeschreiblich schön. Schon bevor ich meine israelische Austauschschülerin das erste Mal traf, pflegten wir intensiven Kontakt über verschiedene Medien. Ich war sehr aufgeregt, den ersten Schritt zu gehen und sie zu kontaktieren. Doch diese Aufregung legte sich bald und es entstand eine innige Verbindung. Die Fragen nach Geschwistern, Freunden und vor allem persönlichen Neigungen haben mich dabei brennend interessiert.

Nachdem also der erste Kontakt hergestellt wurde, habe ich die Ankunft der israelischen Austauschschüler sehnsüchtig erwartet. Als das Warten endlich ein Ende hatte, haben wir uns in den Armen gelegen, es war ein schönes Gefühl sie hier willkommen zu heißen und ihr die deutsche Kultur näher zu bringen. Dabei hatten wir keinerlei Berührungsängste, nicht einmal die Sprache brachte Hürden mit sich. Es war nicht schlimm, wenn ein Satz mal nicht grammatikalisch richtig war, denn letztendlich haben wir uns alle verstanden. Weiterhin war ich durchaus stolz, meine Austauschschülerin durch die Schule und Stadt zu führen, wobei wir viel Aufsehen erregt haben, denn es ist typisch in Israel sich sehr laut zu unterhalten und zu lachen. Und auch die deutsche Gruppe hat oftmals „lautstärkentechnisch“ mitgezogen und wir hatten so immer sehr viel Spaß gemeinsam. Aber auch ernstere Themen konnten wir problemlos besprechen und unsere verschiedenen Standpunkte darlegen. Es ist mir aufgefallen, dass ich dabei auch andere Sichtweisen dargelegt bekommen habe, die ich bis dato noch nicht betrachtet hatte. Die Grundstimmung in der Gruppe war immer positiv und lebensfroh. Ich habe die Zeit so genossen, in der wir einfach beieinander waren und uns unterhalten konnten. Dabei bot sich mir die Gelegenheit über den Tellerrand hinaus zu blicken und andere Lebenseinstellungen kennenzulernen. Ein besonderer Höhepunkt für mich war die Übernachtung in Leipzig. Bis spät in die Nacht hinein nutzten wir die Zeit, um gemeinsam Tischtennis und Tischkicker zu spielen, zu tanzen, zu quatschen und vor allem zusammen zu lachen, was in der ganzen Zeit nie zu kurz kam. Außerdem waren wir sehr selbstständig in unserer Freizeit unterwegs. Insbesondere eines durfte für die Israelis nicht zu kurz kommen: nämlich das Shoppen. Auch wenn ich mittlerweile den Inhalt aller Läden in- und auswendig kannte, bin ich immer gerne mit unseren Gästen auf „Klamottenjagd“ gegangen. Ein weiteres persönliches Highlight war die Abschlussfeier. Zusammen haben wir gesungen und getanzt und ich habe auch das ein oder andere hebräische Wort gelernt. Aber auch wir brachten den israelischen Schülern so manches deutsche „Zungenbrecherwort“ bei. Beim Fußball spielen konnten viele mit ihrem Können strahlen, aber auch ich, die nicht so gut mit dem Ball umgehen kann, wurde einbezogen und mir hat immer jemand geholfen. Als wir anschließend die gemeinsam verbrachten zehn Tage Revue passieren ließen, bemerkte ich, wie ausgezeichnet wir uns kennengelernt haben und sehr enge Freunde geworden sind. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Mir wurde auch klar, was ich für ein Glück hatte, Teil dieses Austauschprogramms sein zu dürfen. Bei all den schönen Erinnerungen machte sich bei mir zum Ende des Austauschs ein mehr oder weniger bitterer Beigeschmack breit: der Abschied nahte. Mir war bewusst, dass wir uns am nächsten Tag Adieu sagen müssten und das war nicht einfach für mich. Am darauffolgenden Morgen war es dann soweit. Dabei habe ich auch die ein oder andere Träne vergossen, denn die gemeinsam verbrachte Zeit war unbeschreiblich schön. Ich denke gern daran zurück wie herzlich wir gelacht haben, wie gut wir uns unterhalten konnten, wie freundlich wir miteinander umgegangen sind und freue mich sehr auf den zweiten Teil des Austausches in Israel. Ich zähle die Tage bis ich meine Austauschpartnerin wieder sehen kann. Wir durften so viel gemeinsam erleben und ich bin so unendlich dankbar für diese Möglichkeit. Die Erinnerungen werde ich für immer in mir tragen und der Kontakt wird sicherlich auch noch sehr lang weiterbestehen.


Persönliche Eindrücke von Hannah Schmidt

„Reisen lässt die Seele fliegen und das Herz hüpfen.“

Dieses Gefühl der Abenteuerlust verknüpfen wir mit Israel- dem Heiligen Land. Mit dem Jugendaustausch nach Holon lernten wir viele Facetten des Landes und des Lebens kennen.

Unsere Reise begann in der Stadt, die niemals schläft. Tel Aviv steht unserer Meinung nach für Vielfalt und Moderne. Unsere Gastschüler zeigten uns, dass das Nachtleben in dieser Stadt am Meer atemberaubend ist. Beleuchtete Wolkenkratzer, Straßenmusik bis in die Nacht und Erlebnisse, welche die Reise noch bedeutsamer machten, sind nur ein Teil unserer Eindrücke.

Wo man sich in Tel Aviv durch Hochhäuser schlängelt, spaziert man in Jerusalem durch alte, stilvolle Gassen. Auch diese Stadt, die der Gegensätze, fesselte uns, aber auf ganz andere Art und Weise. Egal ob in der Grabeskirche, an der Klagemauer oder mit Blick auf den Tempelberg; wir lernten eine Menge über Geschichte, Kultur und Mentalität. Vor allem auf den Basaren erfuhren wir viel über die Offenheit und Menschlichkeit der Israelis. Diese orientalischen Märkte verzauberten uns auch durch die verschiedensten Gerüche. Ein besonders Erlebnis war für uns der Besuch eines Basars in Akko – der kleinen Hafenstadt im Norden Israels. Hier probierten wir typisch israelische Gerichte wie Falafel und Humus. Wenn man auf die Stadtmauern Akkos steigt, sieht man ein weiteres Reiseziel: Haifa. Besonders einprägsam waren die Bahai Gardens, die ein Gefühl der Freiheit und des Friedens vermittelten.

Apropos Freiheit: Wie fühlt es sich eigentlich an zu schweben? Nach unserem Stopp am Toten Meer kannten wir die Antwort auf diese Frage. Man fühlt sich leicht wie eine Feder und magisch, wenn man die Salzkristalle auf seiner Haut spürt. Auf der Fahrt vom See Genezareth zum Toten Meer konnten wir den Heiligen Fluss Jordan beobachten und konnten die Religiosität vor allem an der Taufstelle Yardenit spüren.

Ein besonderer Ort ist Yad Vashem, die bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert. Dieser Gedenkort beeindruckte uns und ließ einige Tränen fließen, aufgrund der sehr bewegenden und schockierenden Ausstellung.

Wir haben also nicht nur Land, Kultur und Menschen kennengelernt, sondern auch historisches Wissen erlangt. Auch wie die israelischen Schüler lernen, konnten wir in den beiden Schulen beobachten. Uns fielen sofort die großen Unterschiede zu unseren sächsischen Schule auf. Am letzten Tag waren wir in Jaffa. Dort gibt es eine Wunschbrücke, wo laut einer Legende Wünsche in Erfüllung gehen sollen. Einer unserer Wünsche ist, die Zeit für immer zu bewahren und unsere Erfahrungen weitergeben zu können. Aber um alle Seiten des Landes zu erkunden und zu verstehen muss man selbst da gewesen sein und das Heilige Lande mit allen Sinnen in sich aufnehmen.

Wir sind dankbar für die tolle Zeit.


Eugenie Keck

Shmuliks Vision und Lebensaufgabe ist es, eine Brücke zwischen zwei Völkern zu bauen. Es geht ihm dabei darum, aus der Vergangenheit zu lernen und es heute anders zu machen. Er fragt sich, was der Antisemitismus, der in der Zeit des NS zu so vielen Toten führte, heute mit der jungen Generation zu tun hat. Für ihn ist es wichtig, dass es zwischen zwei Völkern mehr gibt als den Hass aus der Vergangenheit.

Die Schüleraustausche zwischen Deutschland, Polen und Israel sind deshalb besonders wichtig für ihn. „Die junge Generation ist nicht verantwortlich für die Fehler und Verbrechen ihrer Vorfahren, aber sie ist verantwortlich für die Zukunft und das Zusammenleben der Völker.“ Er sagt: „Es reicht nicht, nur die Zeitung zu lesen, Fernsehen zu gucken, WhatsApp, Facebook – das reicht einfach nicht.“ Für ihn ist es wichtig, dass die Jugendlichen in Kontakt miteinander kommen und die Kultur des Anderen kennenlernen.

Für uns als teilnehmende Jugendliche bedeutet das die einmalige Möglichkeit des interkulturellen Austauschs und des Freundschaften Schließens.

Shmulik wünscht sich, dass seine Tochter in wenigen Jahren die Schüleraustausche weiterführt. Es ist wichtig, dass seine Vision weiter besteht.


Schalom am Gymnasium Sächsische Zeitung 21.8.18
Beim fünften Austausch gibt es keine Bedenken mehr – junge Israelis lernen Großenhain und Stätten der Erinnerung kennen.
Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Wer ist Deutsche, wer Israeli? Auf den ersten Blick ist die Unterscheidung nicht leicht. Johannas (2.v.r.) und Amandas (l.) Familien nehmen schon zum zweiten Mal ein Gastkind auf: Avi (r.) bzw. Shenhav (2.v.l.).
© Anne Hübschmann

Großenhain.

Wer baut den höchsten Turm?

Mit solchen Kennlernspielen in gemischten Gruppen kommen sich die Jugendlichen am ersten Tag des Schüleraustausches näher. Erst am Sonntag sind die 25 Israelis aus der Großstadt Holon angereist, am Montag wurden sie im Großenhainer Gymnasium mit „Schalom“ begrüßt. Auf deutscher Seite gibt es eindeutigen Mädchenüberhang, aus Israel sind dagegen mehr Jungen angereist. Es ist der fünfte Austausch über das sächsische Landesjugendpfarramt. Vertreterin Christiane Thomas wünscht sich, dass Freundschaften entstehen und Fremdheit überwunden werden kann. „Wenn jemand anders ist, dann ist das nicht schlimm“, das sollen die Jugendlichen erleben. Geschichtslehrer Wolfgang Maaß weiß, dass das bei früheren Begegnungen gut funktionierte. „Als wir 2014 den ersten Austausch hatten, waren wir noch vorsichtig wegen der Öffentlichkeit“, sagt er. Doch Vorkommnisse gab es nie. Mittlerweile gehen die Gastgeber lockerer mit den jungen Juden um. Zumal kaum einer in seiner Familie ein Opfer der Schoah zu beklagen hat. „Etliche Familien sind russischstämmig“, sagt Wolfgang Maaß.

Weiter Blick über die Stadt
Adi wohnt bei einer Gastfamilie in Lampertswalde. „Ich war schon mal in Berlin“, erzählt sie auf Englisch. Sie interessiert sich für die Verschiedenartigkeit von Deutschland und Israel und möchte Freunde finden. Shenhav, ebenfalls 15 Jahre alt, kennt die BRD bisher nur aus der
Ferne. Deutsche Jugendliche zu treffen und die Mentalität der Deutschen zu ergründen – das ist ihr Wunsch. Beim Blick von der Sternwarte, als Schulleiter Klaus Liebtrau das Stadtbild erklärt, staunen die jungen Israelis. Hier ist es viel ruhiger als bei ihnen zu Hause. Hochhäuser gibt es auch kaum.
Die werden die Besucher allerdings in Dresden, Leipzig und Berlin sehen, denn dorthin führt sie das Programm gemeinsam mit ihren deutschen Gastgebern. Denkmale der Erinnerungskultur werden die Schüler besuchen, so in Potsdam das Haus der Wannseekonferenz oder die Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig. In der Messestadt steht eine gemeinsame Übernachtung an, auch eine Wanderung durch die Sächsische Schweiz und ein Abschlussfest in Moritzburg sind geplant. Nach anfänglicher Schüchternheit sind die deutschen Zehn- und Zwölfklässler sowie ihre Gäste aus der Katzir-Highschool rasch aufgetaut. Schon vor den Sommerferien war immerhin klar, welcher Gast in welche Familie kommt. Parallel dazu ist eine israelische Gruppe am Meißner Franziskaneum. Dort ist auch Historiker Shmulik Lahar vom jüdischen Verein „I and Eye“. Der temperamentvolle pensionierte Wissenschaftler ist auch in Großenhain bekannt.

Später soziales Jahr in Israel
Er wird die deutschen Jugendlichen begleiten, wenn sie vom 6. bis 16. November nach Israel fliegen – in ein Land, das kleiner ist als Hessen. Wo im McDonalds koschere Speisen angeboten werden. Wo ein Schawarma umgerechnet zehn Euro kostet. 3,5 Stunden fliegt man dahin, die Großenhainer und Meißner werden Jerusalem, Haifa und Tel Aviv besuchen. Dort liegt auch Holon, wo die deutschen Jugendlichen in Gastfamilien kommen. „Eine frühere Schülerin hat nach dem Austausch sogar ein soziales Jahr in Israel gemacht“, freut sich Lehrer Maaß.