Einleitung


EINLEITUNG

Warum war es uns, Aaron und Raphael Haas, ein Anliegen, uns mit der Thematik „Todesmarsch“ und insbesondere  mit dem „Hessentaler Todesmarsch“ und deren Fortsetzung im „Dachauer Todesmarsch“ auseinander zu setzen?

Beide Todesmärsche tangieren uns persönlich aus folgenden Gründen: 

1.) Der „Hessentaler Todesmarsch“ verlief, beginnend am  5. April 1945 im Lager Hessental, direkt durch unseren Wohnort „Neunheim“ (6./7. April 1945), wo zahlreiche Dorfbewohner (so auch unsere Großmutter und Urgroßmutter) Zeuginnen  der Misshandlungen der  KZ-Gefangenen – auf dem Weg von Ellwangen über die Alte Steige nach Neunheim und in der Neunheimer Scheune neben der Dorfkirche – wurden  und 27  KZ-Häftlinge im Neunheimer Steinbruch verscharrt wurden.

Unsere Recherchen der  diesbezüglichen Vernehmungsprotokolle und unsere Gespräche mit den noch wenigen lebenden Zeitzeugen dokumentieren nun umfassend die Geschehnisse in unserem Dorf Neunheim.

2.) Die Gräueltaten der Bewacher des „Dachauer Todesmarsches“ verarbeitete der Münchner Komponist Karl Amadeus Hartmann in seiner „Klaviersonate 27. April 1947“. Deren Entstehungsumstände anhand von den wenigen noch lebenden Zeitzeugen, von Archivunterlagen und anhand unserer Werkanalyse und unserer Werkinterpretation zu betrachten, war uns, als leidenschaftliche Pianisten und  derzeit Studenten der Rechtswissenschaft an der LMU in München ebenso ein großes Anliegen.

Neunheim/München, den 23. Oktober 2018

Raphael und Aaron Haas