Mahnende Bilder und Kunstwerke

 


Mahnende Bilder- und Kunstwerke

Ziemlich schwierig gestaltete sich die Suche, Fotos, Bilder und Kunstwerke ausfindig zu machen, die sich ausschließlich mit der Thematik des Todesmarsches auseinander gesetzt haben.

Im Folgenden werden nun ein Fotograf und zwei Künstler vorgestellt, die persönlich den Todesmarsch erlebt und überlebt und nach Kriegsende bildlich dargestellt haben. Der dritte Künstler hatte bei dem 1994 ausgeschriebenen Berliner Wettbewerb erfolgreich die Möglichkeit eingeräumt bekommen, entlang des Streckenverlaufs des Dachauer Todesmarsches  mahnend mit seiner Skulptur zu erinnern bzw. zu gedenken. 


Benno Gantner (1921 – 2016)

„Dachauer Todesmarsch“ (©Foto: Benno Gantner).

Unter großer Lebensgefahr – die SS wollte keine Bilddokumente für die Nachwelt – fotografierte Benno Gantner am 27. oder 28. April 1945 heimlich vom Balkon seines Elternhauses in Percha, Würmstrasse 7A, den „Dachauer Todesmarsch“ (3 Fotos insgesamt). Über den  „Dachauer Todesmarsch“ gibt es nicht mal eine Hand voll von Bilddokumenten.  

 

 

 

 

 

 

Helga Hošková-Weissová (* 1929, Prag) 

Titelbild: „Todesmarsch“ gezeichnet von Helga Weissová (Federzeichnung, Tusche, laviert (44,4×32,4 cm) von 1945/46 (©Wallstein Verlag 1998)..

Zu dem Titelbild „Todesmarsch“ schrieb die Künstlerin: „Gegen Ende des Krieges wurden einige Konzentrationslager vor der sich nähernden Front >>evakuiert<<. Die Häftlinge wurden in andere Lager überführt. Man ging zu Fuß, bei Frost und Schnee, mit unzureichender Kleidung und ohne etwas zu essen. Wer zurückblieb oder auf den Boden fiel, wurde gleich erschossen.“ 

Die tschechische Malerin überlebte den Todesmarsch Freiberg bei Dresden, ein Außenlager des KZ Flossenbürg ins KZ Mauthausen (Österreich): „Ich hoffe, mit meiner Zeichnung ein anschauliches, überzeugendes und dauerhaftes Zeugnis jener Zeit geschaffen zu haben, eines, das dazu beitragen soll, dass Vergangenes nicht in Vergessenheit gerät, damit sich Ähnliches nicht wiederholen kann!“ 

 

 

Mieczyslaw Wisniewski (1925 – 2006)

Der polnische Häftling Mieczyslaw Wisniewski überlebt den Kochendorfer Todesmarsch und hielt die Erlebnisse zeichnerisch fest (©Foto Hubert Roßmann).

„Wir marschierten vorwiegend in der Nacht. Am Ende des Zuges lief ein Trupp Häftlinge mit Schaufeln. Sie mussten die zusammengebrochenen Häftlinge, nachdem sie von SS-Soldaten erschossen worden waren, verscharren. Nur sehr wenige Häftlinge erreichten das KZ Dachau.“  (Kochendorfer Todesmarsch 1945) 

 

 

 

 

 

Hubertus von Pilgrim (* 1931, Berlin)

Skulptur zum Gedenken an den Dachauer Todesmarsch im April 1945, gestaltet von dem Bildhauer Hubertus von Pilgrim, Preisträger des 1994 ausgeschriebenen Berliner Wettbewerbs „Zur Erlangung eines Entwurfes zu einem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas“ . 528 Künstler hatten an diesem Wettbewerb teilgenommen (©Foto Haas).

Der Bildhauer schuf insgesamt 23 (identische) Denkmäler, die an den Dachauer Todesmarsch erinnern und entlang der Todesmarschstrecke – ab Dachau bis Waakirchen – stehen. Ein Mahnmal befindet sich in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Für das 2015 eröffnete Münchener NS-Dokumentationszentrum wurde von dem in Pullach lebenden Künstler eine erweiterte Version erschaffen.

Standorte der Mahnmale von Hubertus von Pilgrim:

Dachau, 2001, Theodor-Heußstraße vor Kreuzung Sudentenlandstraße

Fürstenfeldbruck, 1994, Hauptstraße, Kreuzung Nähe Rathaus

Karlsfeld, 2001, Allacher Straße bei Altersheim Bonifatius

Allach, 1989, Eversbuschstraße Nähe Gemeindehaus

Obermenzing, 2001, an der Blutenburg

Pasing, 1989, Kaflerstraße, gegenüber der Post

Gräfelfing, 1989, Pasinger/Großhadener Straße, Friedhof

Planegg, 1989, Pasinger/Germeringer Straße, an der Würm

Krailling, 1989, Gautinger Straße, Nähe Sonnwendstraße

Gauting, 1989, Planeggerstraße am Friedhof, östliche Straßenseite

Starnberg, 2000, Percha, am Landratsamt, südliche Straßenseite

Aufkirchen, 1989, Grenzbereich zu Aufhausen

Dorfen, 1995, Starnberger Straße Richtung Wolfratshausen

Wolfratshausen, 1990, Äußere Münchner Straße nahe Weidachmühe

Geretsried, 1992, Nähe Buchberg, am Radfahrweg, nördlich Straßenseite B 11

Achmühle, 1997, Richtung Eurasburg, östliche Straßenseite

Königsdorf, 1998, an der Straße von Beuerberg, nördliche Straßenseite

Bad Tölz, 1995, an der barocken Wiesenkirche Richtung Waakirchen

Grünwald, 1992, Tölzerstraße, Nähe Waldfriedhof

Waakirchen, 1995, vor dem westlichen Ortseingang von Reichersbeurn her

Yad Vashem, 1992, Jerusalem

München, 2015, NS-Dokumentationszentrum, Max-Mannheimer-Platz 1.