Der Vernichtungskrieg des Nationalsozialismus gegen die Sowjetunion

I. Legitimation des Kampfes gegen die Sowjetunion

1. „Lebensraum im Osten“
2. Die Rassistische Grundlage der arischen Herrenrasse und des slawischen Untermenschen
3. Der Kampf gegen den Jüdischen Bolschewismus

 

II. Die Ausführung des Vernichtungskrieges

1. Der Einmarsch in die Sowjetunion

2. Die Ermordung und Versklavung sowjetischer Kriegsgefangener

3. Zwangsrekrutierung von Zivilisten als „Ostarbeiter“ und erste Ausschreitungen

4. Die Ermordung von sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilisten in Konzentrations- und Vernichtungslagern

Vorwort

Die Periode von 1933 bis 1945 wird von den meisten Menschen als Tragödie des 20. Jahrhundert empfunden. Mit der Machtübernahme Adolf Hitlers und der NSDAP und das damit verbundene Ende der Weimarer Republik legte den Grundstein für den am

1 September 1939 ausgebrochenen Zweiten Weltkrieg.

Mit dem Zweiten Weltkrieg verbindet man neben dem Massensterben an den Fronten, ob in der Normandie oder Stalingrad, auch die Massenhafte Ermordung von Juden und anderen sogenannten „Untergeordneten Rassen“ in den Konzentrationslagern.

Für diese Menschenverachtende und Widerliche Tötungsweise in Arbeitslagern oder Gaskammern ist das KZ Auschwitz als größtes Vernichtungs- und Konzentrationslager heute das Symbol des Holocaust und des Nationalsozialistischen Terrors gegen andere Volksgruppen.

Mit dieser Arbeit möchte Ich mich mit einer anderen Gruppe von Opfern des Massenvernichtung auf rassistischer Grundlage der nationalsozialistischen Ideologie beschäftigen: Sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.

So wie jede von den Nationalsozialisten verfolgte Gruppe, ob Politisch oder National, hat auch die Gruppe der sowjetischen Opfer ihre eigene Geschichte welche es ebenso verdient hat erzählt zu werden.

Jede Nation welche von dem Zweiten Weltkrieg erfasst wurde hat ihre eigene tragische Geschichte, keine Nation ist mehr oder weniger zu Schaden durch den Krieg gekommen.

Ich möchte Ihnen die Geschichte der Sowjetischen Kriegsgefangenen, mit besonderen Blick auf die Opfer in den Konzentrationslagern, präsentieren.

I. Die Legitimation des Kampfes gegen die Sowjetunion

1. „Lebensraum im Osten“

Um zu verstehen warum die Nationalsozialisten so aggressiv gegen die Sowjetischen Kriegsgefangenen und auch der Sowjetunion insgesamt vorgegangen waren muss man einen Einblick in die nationalsozialistische Ideologie wagen.

Der politische Plan „Lebensraum im Osten“ spielt dabei eine besondere Rolle.

Diese politische Idee wurden bereits während dem Wilhelminismus im Deutschen Kaiserreich (1888-1918) von völkischen Bewegungen vertreten, oft deutschnationale und antisemitische Parteien, Vereine, aber auch von Individuen.

Noch vor den Nationalsozialisten also griff bereits der deutsche Zoologe und Geograph

Friedrich Natzel (1844-1904) in seinen politischen Arbeiten Politische Geographie aus dem Jahr 1897 und Der Lebensraum aus dem Jahr 1901 diese Idee auf und prägte sie unter dem Eindruck des Sozialdarwinismus.

Er übertrug, so wie auch andere Individuen in dieser Zeit, die Theorie Darwins vom ständigen Überlebenskampf von Tieren in der Natur auf Staaten. Diese Staaten waren dabei Lebewesen welche in ihrem Kampf ums Überleben einen permanenten Kampf ums Überleben führen würden um ihre Existenz zu bewahren.

Den Terminus des „Lebensraum im Osten“ griffen sowohl die „völkische Bewegung“ als auch der „Alldeutsche Verband“ auf um damit eine mögliche Expansion Deutschlands zu legitimieren wodurch die bereits bestehende politische Bewegung des „Pangermanismus“ oder „Panteutonismus“ radikalisiert wurde. Verwendete man diese Begriffe zu Beginn für die Bewegung welche die Gründung eines (in der Regel Groß-) Deutschen Nationalstaates gefordert hatten, z.B. die Märzrevolutionäre 1848, so begründeten die völkische Bewegung und der Alldeutsche Verband dies auf die „Auslandsdeutschen“, jene Deutsche welche in angrenzten Staaten lebten wie Belgien oder im Russischen Kaiserreich.

Das Russische Kaiserreich, welches von 1815-1917 seine Westgrenze mit dem Deutschen Kaiserreich teilte, beherrschte einen Großteil Polens und das gesamte Baltikum. Letzteres spielte dabei die ausschlaggebende Rolle für die Forderungen jener Kreise für den „Lebensraum im Osten“. Während die ländliche Gegend im Baltikum von den Gruppen der Esten, Letten und Litauern geprägt war befanden sich in den Städten, zum Großteil im heutigen Estland und Lettland, ein Anteil von Deutschbalten, oft Nachfahren der Ritter des Schwertbrüderordens.

Für die völkische Bewegung und den Alldeutschen Verband spielte in erster Linie die Angliederung dieser Gebiete eine größere Rolle und eine damit verbundene „Neugründung deutscher Siedlungen“.

Was weiterhin zu vermerken ist, dass sowohl der Alldeutsche Verband als auch die völkische Bewegung den bereits etablierten Kolonialgesellschaften ablehnend gegenüber standen. Während eben jene Kolonialgesellschaften mit dem Wilhelminisch typischen Kampf um einen „Platz an der Sonne“ ein Übersee Imperium nach der Vorstellung des Kaisers anstrebten, sahen die völkische Bewegung und der Alldeutsche Verband in der Kolonialpolitik nur wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Der Vorwurf, die vorhandene deutsche Kolonialpolitik würde unter jüdischem Einfluss stehen, war ebenso nicht weit.

Für diese beiden Bewegungen im Wilhelminischen Kaiserreich zählten außereuropäische Kolonien nichts, man müsse großflächig deutsche Siedlungspolitik betreiben und diese Gebiete an das Deutsche Mutterland angliedern, so der Anspruch des Alldeutschen Verband und der völkischen Bewegung.

Der Kulturphilosoph und Orientalist Paul Anton de Lagarde hatte 1875 bereits ein mögliches Bild eines solchen Deutschen Reiches skizziert (in Klammern sind Zusätze des Autors):

Im Westen von Luxemburg bis Belfort, im Osten von Memel bis zum alten Gotenlande am Schwarzen Meer (gemeint können sein das Gebiet der heutigen Ukraine in welchem sich archäologische Beweise befinden, dass sich dort kurzzeitig Ostgoten niedergelassen haben oder nördlich der Donau im heutigen Rumänien) zu gehen, im Süden jedenfalls Triest einzuschließen haben, und das Kleinasien für künftiges Bedürfnis gegen männiglich freihält.“

– Zitiert nach Uwe Puschner „Die völkische Bewegung im Wilhelminischen Kaiserreich. Sprache – Rasse – Religion“ Abschnitt „Die völkische Bewegung“

Diese Gebiete sollten dabei nicht nur diese völkisch-nationalistischen Gruppen und Individuen zufrieden stellen, sie sollten auch die damals bestehende „Soziale Frage“ im Kaiserreich lösen welche durch die Industrialisierung als auch die Bevölkerungsexplosion ausgelöst wurde.

Deutsche Arbeiter (Proletarier) und Bauern, aber auch nach Amerika ausgewanderte Deutsche, welche durch die völkische Kolonisationspolitik zurück nach Deutschland gelockt werden sollten, sollten in diesen im Osten annektierten Gebieten angesiedelt werden.

Diese Ideen der Gewinnung von Lebensraum übte auch Einfluss auf die Deutschen Kriegsziele im ersten Weltkrieg aus.

Hierbei sahen die völkisch-rassistischen Bewegungen ihre Chance die Forderungen nach neuem Lebensraum zu erfüllen. Während die Regierung des Kaiserreiches die Forderungen dazu verwendete eine sogenannte „Randstaatenpolitik“ zu betreiben, also Pufferzonen gegen eine mögliche russische Aggression nach dem Ersten Weltkrieg zu vermeiden, wollten viele Kreise aus den durch Russland abgetretenen Gebieten diese deutsche Siedlungspolitik betreiben.

Besonderes Augenmerk waren dabei auf dem Baltikum und der Krim welche, auch nach Plan des deutschen Generals Erich Ludendorff (1865-1937) , für deutsche Besiedlung vorgesehen waren.

Durch den Frieden von Brest-Litowsk 1918 wurden auch die angestrebten Gebiete von Sowjetrussland abgetreten, mit der deutschen Niederlage in selbigen Jahr zerplatzten diese Erfolge jedoch wieder.

Die Niederlage im Ersten Weltkrieg bedeutete jedoch nicht das Ende der Idee des „Lebensraum im Osten“.

Aufgegriffen wurde er schließlich erneut in dem von Hitler verfassten Buch „Mein Kampf“ erneut aufgegriffen. In einem Kapitel in welchem er Ostorientierung oder Ostpolitik thematisiert schrieb er:

Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewußt einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach Osten.

Wir schließen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft. Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Rußland und die ihm untertanen Randstaaten denken.“

2. Die Rassistische Grundlage der arischen Herrenrasse und des slawischen Untermenschen

Verbunden mit der Idee des „Lebensraum im Osten“ ist die rassistisch angelegte Theorie des Sozialdarwinismus welcher von völkischen und radikalnationalistischen Bewegungen und Individuen vertreten wurde, so auch in der Phase des Deutschen Nationalsozialismus.

In der Rassenideologie wurde die Ansicht vertreten, dass alle Menschen je nach ethnischer Zugehörigkeit unterschiedlichen „Rassen“ mit charaktertypischen Merkmalen angehören.

Die Nationalsozialisten teilten die Menschen weiterhin in „Herrenrasse“ und „Untermenschen“ ein.

Während die von den Germanen abstammenden Deutschen zu jener „Arischen Herrenrasse“ gehören würde, welche dazu auserkoren war über die „minderwertigen Rassen“ zu herrschen wurden Juden, Sinti und Roma, aber auch Slawen und die damit dazugehörenden Russen, Belorussen und Ukrainer, die drei größten Ethnien in der Sowjetunion, zu den minderwertigen Rassen gezählt.

Durch diese Rassenideologie legitimierten die Nationalsozialisten Innenpolitisch die Nürnberger Rassengesetze 1935 als auch den später radikal geführten Vernichtungskrieg gegen die sowjetischen Völker.

Eben jener Vernichtungskrieg war stark mit dem „Lebensraum im Osten“ und dem „Streben nach Osten“ verknüpft.

Die Nationalsozialisten wollten die ansässige Bevölkerung in diesen Ostgebieten, wie es Hitler in einem unveröffentlichten „zweiten Buch“ formuliert hatte, „entfernen“

um „den dadurch freigegebenen Boden“ an die eigene Bevölkerung zur Besiedelung freizustellen.

Diese nationalsozialistische Ostpolitik wurde im „Generalplan Ost“ zusammengefasst.

3. Der Kampf gegen den Jüdischen Bolschewismus

Ein weiterer Faktor war der Kampf gegen den sogenannten „Jüdischen Bolschewismus“.

Dieser ursprünglich in Russland geprägte Kampfbegriff bezieht sich dabei auf die von die vertretene Ideologie des Kommunismus durch die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU), auch als Bolschewiki oder Bolschewisten bekannt.

Der Zusatz „Jüdischer“ entsprang der Religion welcher Karl Marx, der Mann welcher 1848 mit Friedrich Engels das „Kommunistische Manifest“ verfasste und veröffentlichte und dadurch die Geburt des Kommunismus einläutete, angehörte; nämlich dem Judentum.

Der Kampfbegriff des „Jüdischen Bolschewismus“ hatte, wie bereits erwähnt seinen Ursprung in Russland 1917. Mit dem Regierungssturz der Provisorischen Regierung 1917 durch die Oktoberrevolution unter Lenin und den Bolschewiki wurde der Russische Bürgerkrieg 1917-1923 ausgelöst.

Die Weiße Armee, jene Fraktion welche für die Restauration der russischen Monarchie einstand, bekämpfte dabei die Rote Armee welche den Bolschewiki unterstand.

Die Propaganda der Weißen Armee gegen die Bolschewiki nutzten dabei die rechtsradikale Vorstellung, dass der Kommunismus zu einer jüdisch-freimaurerischen Verschwörung gehören würde, welche darauf aus war die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Nachdem die Weiße Armee den Bürgerkrieg schließlich verloren hatte wurde der Begriff des „Jüdischen Bolschewismus“ auch in anderen Ländern übernommen, wie z.B. in Deutschland.

So wurde der Krieg gegen die Sowjetunion nicht nur als Episode des arischen Überlebenskampfes durch eine Erweiterung des Lebensraumes gesehen, sondern auch als Überlebenskampf der nationalsozialistischen Ideologie.

Der in Tallinn geborene Deutschbalte und NSDAP Mitglied Alfred Rosenberg schrieb in seinem Buch Mythos des 20 Jahrhunderts über die Oktoberrevolution:

Das nordisch-russische Blut gab den Kampf auf, das ostisch-mongolische schlug mächtig empor, berief Chinesen und Wüstenvölker; Juden, Armenier drängten sich an die Führung und der Kalmücko-Tatare Lenin wurde Herr. Die Dämonie dieses Blutes richtete sich gegen alles, was noch äußerlich als aufrecht wirkte, männlich nordisch aussah, gleichsam lebendiger Vorwurf war gegen einen Menschen, den Lothrop Stoddard als „Untermenschen“ bezeichnete.“

II. Die Ausführung des Vernichtungskrieges

1. Der Einmarsch in die Sowjetunion

Mit dem Vormarsch deutscher Truppen am 22 Juni 1941 begann die lang geplante „Operation Barbarossa“ oder das „Unternehmen Barbarossa“ des Dritten Reiches gegen die Sowjetunion.

Nachdem beide Staaten zu Beginn durch den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt 1939 faktisch Osteuropa unter einander in Interessenzonen aufgeteilt hatten brach diese militärische Aktion den Nichtangriffspakt und eröffnete damit eine der blutigsten Fronten des Zweiten Weltkrieg und leitete auch den damit verbundenen Vernichtungskrieg gegen den „Jüdischen Bolschewismus“ und die erhoffte Eroberung eines „Lebensraum im Osten“.

An dem Einmarsch beleidigt waren neben den Deutschen Truppen auch Truppen aus Italien, Rumänien, Finnland, Ungarn und der Slowakei.

Unterstützung fanden die Truppen der Achsenmächte aber auch unter ukrainischen und baltischen Freiwilligen, meistens Nationalisten, welche zu Beginn des Einmarsches auch an Pronomen gegen die jüdische Bevölkerung z.B. in Ostpolen (1939 von der Sowjetunion okkupiert) und Vilnius teilnahmen, da sie diese für die Okkupation ihrer Heimat durch die Sowjets verantwortlich machten.

Diese Pronomen waren auch nur der Beginn eines großen Vernichtungskrieges welcher den lang ersehnten Traum einer Erweiterung des Lebensraumes für die „Arische Rasse“ und der Lösung der Judenfrage in Erfüllung bringen sollte.

Damit verbunden sind auch zahlreiche Kriegsverbrechen an Zivilisten und Soldaten gleichermaßen.

2. Die Versklavung sowjetischer Kriegsgefangener

Durch den durchgeführten Blitzkrieg durch die Wehrmacht 1941 hatten die Truppen des Dritten Reiches das Baltikum, die Ukraine und Belorus erobern können und mit dem Reichskommissariaten Ostland und Ukraine wurden zivile Verwaltungen der eroberten Gebiete errichtet.

Während viele die Wehrmacht und die anderen Achsenmächte als Befreier vom Bolschewismus sahen zeichnete sich bald der despotische Charakter der neuen Herrscher ab. Die ersten welche dies erwischte waren 3,35 Millionen sowjetischer Kriegsgefangener welche zum Teil aus ihrer Heimat deportiert worden sind um im Reichsgebiet als Zwangsarbeiter tätig zu werden.

Obwohl man zu Beginn gegen diese Entscheidung war, da man durch die Präsenz der sowjetischen Gefangenen die Verbreitung jenen „Jüdischen Bolschewismus“ befürchtete welchen man durch diesen Krieg vernichten wollte, änderte sich die Meinung über diese „Ostarbeiter“ im Dezember 1941 und den damit verbundenen Wintereinbruch, welcher den Vormarsch der Achsenmächte behinderte.

Eingesetzt wurden die sowjetischen Kriegsgefangenen besonders in der Rüstungsindustrie oder auch im Bergbau.

Diese Schwerstarbeit in Verbindung mit schlechter Versorgung machte den sowjetischen Kriegsgefangenen viel zu schaffen. Die schlechte medizinische Versorgung sowie die strenge Rationierung der Nahrungsmittel kostete 1.3 Millionen der sowjetischen Kriegsgefangenen das Leben.

3. Zwangsrekrutierung von Zivilisten als „Ostarbeiter“ und erste Ausschreitungen

Trotz dem Wissen unter welchen schlechten Voraussetzungen die sowjetischen Kriegsgefangenen zu leiden hatten gab es viele, vor allem Zivilisten, Menschen welche Interesse daran hatten in den Dienst des Dritten Reiches zu treten.

Die deutsche Propaganda versprach den ausländischen Arbeitskräften ein angenehmes Leben in welchem die Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden würden und diese künftigen Arbeitkräfte ließen sich von dieser Propaganda blenden.

Als der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete Alfred Rosenberg im Dezember 1941 alle Bewohner der besetzten Gebiete dazu verpflichtete eine Zeit lang im Reichsdienst zu dienen und oft Menschen wahllos dazu verpflichtet wurden, meistens wenn sie einfach die Straße entlang spazierten oder auch wenn sie an einem Gottesdienst teilnahmen, zu den Sammelplätzen gebracht und später als Zwangsarbeiter deportiert.

1942 begannen sich jedoch spätestens die ersten Bewohner der besetzten Westgebiete der Sowjetunion sich auch gegen die deutsche Okkupation zu wehren.

Nachdem ein deutscher Befehl erlassen wurde welcher alle ukrainischen Männer ab 18 Jahren für zwei Jahre in den Reichsdienst einzog begannen erste Gemeinden gegen diese Reichserlasse der fremden Okkupanten Widerstand zu leisten. Die Wehrmacht reagierte darauf mit Exekutionen und zumeist der Vernichtung ganzer Dörfer, manchmal sogar mit Zivilisten welche noch in ihren Häusern geblieben sind.

Hier verschwand die zu Beginn noch herrschende Begrüßung derer welche scheinbar die Völker vor der Bolschewistischen Gewaltherrschaft befreiten, jedoch fanden sie sich in einer neuen Gewaltherrschaft wieder, welche Kompromisslos ethnische Säuberungen durchführte, auf Grundlage einer Menschenverachtenden Ideologie. 

4. Die Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener und Zivilisten in Konzentrations- und Vernichtungslagern

Bevor entschieden wurde, dass die gefangenen Soldaten der roten Armee für die Arbeit in der deutschen Kriegswirtschaft verwendet werden sollen, sollten die gefangenen sowjetischen Kriegsgefangenen nach ursprünglicher Planung im „Russen-Kriegsgefangenen -Arbeitslager“ des Stammlagers von Auschwitz, Auschwitz I, untergebracht werden.

Die ersten 10.000 sowjetischen Kriegsgefangenen wurden dabei als Arbeitskräfte zur Erbauung von Auschwitz-Birkenau verwendet.

Birkenau sollte dabei zu einem Kriegsgefangenenlager für sowjetische Truppen verwendet werden. Als im März 1942 der erste Lagerabschnitt fertig gebaut wurde waren aufgrund der schlechten Versorgung nur noch 945 Kriegsgefangene am Leben.

Sie stellten auch die ersten Gefangenen in diesem Abschnitt.

Jedoch wurde nichts aus dem Kriegsgefangenenlager Plänen für Auschwitz, Ende Oktober 1941 kam die Einlieferung der sowjetischen Kriegsgefangenen zum Erliegen.

Von 1942 bis 1944 wurden bereits nur noch 1000 sowjetische Kriegsgefangene in Auschwitz eingeliefert.

Wie bereits erwähnt wurden die Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion überwiegend als Zwangsarbeiter in der Kriegswirtschaft des Reiches eingesetzt, doch auch die vergleichsweise wenigen Kriegsgefangenen hatten mit den anderen Häftlingen unter schlimmsten Voraussetzungen zu leiden.

Auch von der Ermordung durch das Gas, welches eigentlich zur Schädlingsbekämpfung verwendet wurde, Zyklon B waren die Sowjetischen Kriegsgefangenen nicht sicher.

Als im Herbst 1941 im Keller des Stammlager Auschwitz I Zyklon B das erste Mal zur Ermordung von Häftlingen verwendet wurde befanden sich unter den 850 Häftlingen welche dieser grausamen Tötungsmethode zum Opfer gefallen waren 600 sowjetische Kriegsgefangene.

Neben Auschwitz wurden sowjetische Kriegsgefangene auch in andere Konzentrationslager wie das KZ Sachsenhausen, KZ Dachau, KZ Neuengamme und KZ Buchenwald eingeliefert.

Dort wurden die sowjetischen Kriegsgefangenen durch Hängen, Genickschüssen und die Injektionen tödlicher Substanzen ermordet.

Im KZ Neuengamme und KZ Auschwitz sind Menschenversuche an sowjetischen Kriegssoldaten belegt.

Nach den Juden waren die Sowjets die zweitgrößte Opfergruppe des nationalsozialistischen Vernichtungskrieg mit insgesamt 3.3 Millionen Toten. 

Von Alexander Kukshaus

Quellen

Auszüge aus:

Mythos des 20 Jahrhunderts, Alfred Rosenberg

Mein Kampf, Adolf Hitler

http://www.auschwitz-prozess.de/index.php?show=T%2001_Das%20Lager%20Auschwitz-Birkenau

www.bundesarchiv.de Sowjetische Kriegsgefangene und Ostarbeiter

https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2008_4_2_otto.pdf

http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/11497

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