Prolog

Am Anfang des Jahres, stellten wir uns die Frage, wie wir mit dem Thema Nationalsozialismus umgehen sollen und welche Emotionen diese Website bei unseren Lesern auslösen soll.
Dabei sind wir unter anderem mit folgenden Fragen konfrontiert worden:
– Gibt es eine universelle Anleitung zur Verarbeitung der deutschen Vergangenheit?
– Darf ich weinen, wenn ich an den Holocaust denke?
– Ist es überflüssig, nach Auschwitz zu fahren?

„Die Menschen sollen nicht in Trauer fallen, wenn sie auf die Website gehen, im Gegenteil, es soll ihr Interesse geweckt werden, sich mit dem Thema zu beschäftigen.“ War meine erste Reaktion, als wir über die Aufmachung der Seite sprachen. Für uns war es eine logische Tatsache, dass andere nicht weinen sollen, oder in Trauer verfallen, wenn wir diese Seite erstellen. Doch ist die Lösung wirklich so einfach? Die Antwort ist: Nein! Unsere erster Vorschlag, führte in der restlichen Gruppe zu einer Diskussion. „Es ist ein trauriges Thema und es soll nicht beschönigt werden. Es darf und es soll Trauer auslösen.“ War ein Einwand einer unserer Gruppenmitglieder. War also das die Lösung? Die Menschen dazu zwingen, sich emotional mit dem Thema auseinander zu setzen? Auch hier lautet die Antwort: Nein. Doch was sollten wir nun tun? In unserer Gruppe entstanden nicht nur zwei, nein, gleich mehrere Vorstellungen davon, wie die Website aufgebaut werden soll und welche Projekte auf diese kommen sollen.
Wir sind zu dem Fazit gekommen, dass es keine universelle Anleitung und keine Lösung gibt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und das niemandem vorgeschrieben werden darf, wie er sich erinnern soll. Die Denkweise, sich für andere Erinnerungsformen zu öffnen, ist vielmehr die Lösung. Deshalb führen wir auf dieser Seite die unterschiedlichsten Projekte und Arten auf, wie wir uns an Auschwitz erinnern. Jede, mit einer eigenen Intention, welche Gefühle und Gedanken sie beim Leser verursachen möchte.
Es ist die Individualität, die uns als Menschen ausmacht. Und daher ist es unsere Aufgabe, die individuell Verarbeitung des Themas Nationalsozialismus zu akzeptieren, tolerieren und zu fördern, insofern dadurch keine Menschen verletzt, oder die Geschichte wiederholt wird.

Ein Text von Eva Abt und Finja Gaug

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