Plakatgestaltung, Song, Bootsbau – Umgang der Jugendlichen heute

Mehr als 7.000 Tote Menschen insgesamt, 4.600 KZ-Häftlinge von der Cap Arcona und 2.800 von der Thielbek. Diese Zahlen hatte jeder von uns schon vor der Projektwoche gehört. Jeder Schüler kommt zumindest oberflächlich in der Schule, meist im Alter von ungefähr 14 Jahren, in Kontakt mit der Cap-Arcona-Tragödie. Teilweise sind auch Besuche oder sogar Beiträge zur jährlichen Trauerfeier am 03.05. in den Unterricht integriert.

Dennoch, vollständig begriffen hatte die Informationen zu Beginn des Projektes und selbst jetzt keiner von uns! In Zeiten des Friedens und des Überflusses ist die Kindheit unserer Generation geprägt von materiellen Standards, die noch keine Generation vor uns erlebt hat. Die Nachteile dieser Lebensweise müssen wir (noch) nicht tragen. Wie können wir unter diesen Umständen den Cap-Arcona-Untergang überhaupt ansatzweise verstehen? Das Wichtigste ist „Zeit“ (Zitat: Projektteilnehmerin, Film). Danach gibt es ganz unterschiedliche Herangehensweisen, die wir innerhalb der Projektwoche ausprobiert haben. Sei es durch Kreativität, räumliche Nähe oder Zeitzeugengespräche – jede/r hat seinen Umgang, der am besten zu ihm/ihr passt.

Dennoch mussten wir feststellen, dass die Angebote für junge Menschen kaum ausreichend sind. Das Thema Digitalisierung wurde noch nicht aufgegriffen und auch deshalb wird die Erinnerungskultur in Neustadt für unsere Generation derzeit hauptsächlich durch die Schulen und Jugendnetzwerke getragen. Durch die Stadt initiierte Aktionen sind rar.