Hyperinflation und Hitlerputsch

Überschlagung der Ereignisse im Jahr 1923 mit der Hyperinflation und dem gescheiterten Hitler – Putsch

Die Hyperinflation brachte dem Reich Massenarbeitslosigkeit und Aufschwung der radikalen Kräfte im Land. In München erhielt die NSDAP größeren Zulauf u.a. durch die offene Diffamierung von Juden als Verursacher der Inflation, indem man Geldscheine mit „antijüdischen Karikaturen“ (Arnulf Scriba) bedruckte. Bis zum November 1923 verzeichnete man über 55000 Mitglieder, anfänglich aus dem unteren städtischen Mittelstand, in der Partei.  In der Republik wurde letztlich der Notstand verhängt(Arnulf Scriba). Doch vor allem die Unterstützung eines Mannes brachte die Nationalsozialisten zum Entschluss, nun gewaltsam den Umsturz des Systems nach dem Vorbild  von Mussolini in Italien zu erwirken.  Im Gegensatz zu Mussolini, der im ganzen Land bekannt war und dadurch schnell nach seinem Putsch die breite Bevölkerung von sich überzeugen konnte, war Hitler ein in der deutschen Republik unbekanntes Gesicht. Da kam es gerade passend, dass mit Ludendorff, dem Begründer der Dolchstoßlegende und gleichzeitig federführend bei der Kapitulation am Verhandlungstisch, eine prominente Persönlichkeit dem Vorhaben der Nationalsozialisten Autorität und Seriosität verlieh. (ZDF) (Paul Hoser)

So kommt es, dass am historisch bedeutsamen 9. November desselben Jahres in München die NSDAP mit Görings‘ SA -durch Röhm illegal mit Waffen aus dem Militärbestand versorgt – den Putsch wagen. Mit insgesamt 2000 Mann vor der Feldherrnhalle am Odeonsplatz im Stadtzentrum wollten sie bayerische Regierung stürzen. Zu Beginn besetzten sie den Bürgerbräukeller, wo sich seinerzeit die Entscheidungsträger Bayerns versammelten. Als Fahnenträger sammelte damals ein gewisser Heinrich Himmler, später Leiter über die Polizei, der SS und Konzentrationslager, seine ersten Erfahrungen als Teil der Bewegung. In dieser angespannten Stimmung versuchte Hitler die Politiker der Stadt auf seine Seite zu bringen. Denn im Vergleich der schieren Größe der Streitkräfte des Reiches konnte eine rasante Ausbreitung des NS nur mit Unterstützung der hiesigen Funktionäre gelingen. Diese jedoch waren nicht gewillt, Hitler ihre Hilfe zuzusagen. Erst die Ankunft Ludendorffs veränderte die Stimmung, ganz zur Freude der Revolutionäre. (ZDF) (Paul Hoser)

Während diese Aktion geglückt schien, rückten Hitler und seine Anhänger weiter Richtung Feldherrnhalle zur Unterstützung Röhms und seiner Truppen, wo sie jedoch von den Streitkräften des Militärs empfangen wurden. Es erfolgte ein erbitterter Schusswechsel mit einigen Toten, vor allem Putschisten kamen dabei um. (Paul Hoser) (ZDF)

Die Führungsriege um Hitler verstreute sich und tauchte unter, Eckart hatte zu dem Zeitpunkt keinerlei Bedeutung mehr in der Partei. Der Vorsitzende der dann verbotenen Partei und sein erster Gefolgsmann Rudolf Heß, späterer Stellvertreter, fanatischer Anhänger Hitlers und maßgeblich mitverantwortlich für den Holocaust, mussten sich vor Gericht wegen des Putsches verantworten. Sie wurden jedoch angesichts der Tatsache, dass die Justiz auf dem rechten Auge blind war, nur milde bestraft. Vielmehr konnte Hitler den Prozess dazu nutzen, sich durch seine Reden weitere Bekanntheit zu sichern. (ZDF)(Landeshauptstadt)

Während der Zeit in Haft wurde Hitler klar, dass die Übernahme der Macht nur aus dem Inneren gelingen kann. Dies brachte er in seinem, von Heß niedergeschriebenen, Werk „Mein Kampf“ in seiner Zeit in Haft zum Ausdruck. (ZDF)(Landeshauptstadt) Der Schriftsteller Thomas Mann merkte schon zu der Zeit an, dass „München […] die Stadt Hitler[s], des deutschen Faschistenführers“ ist (BR).

Wie wahr sich diese Aussage erweisen sollte, zeigte sich nach der Neustrukturierung der Partei nach Hitlers frühzeitiger Haftentlassung im Jahr 1924. (ZDF)(Landeshauptstadt)