Weg in den 2.WK und in die Shoa

Der Weg Münchens in den 2. WK und in die Shoa

Nach der Gleichschaltung im Inneren folgte die systematische Ausgrenzung der Minderheiten, allen voran der Juden, innerhalb der vom 3. Reich besetzten Gebiete gepaart mit einer aggressiven Außenpolitik nach außen(Johannes Werner). Sinnbildlich hierfür sei einerseits die Unterzeichnung des Münchner Abkommens im Braunen Haus genannt, die ohne Zustimmung der Tschechoslowakei die Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland regelte (Maximilian Sterz)(Johannes Werner).

Darüber hinaus wurden bereits vor dem 9.11.1938, der den Beginn der Novemberpogrome datierte, Münchner Synagogen zerstört, ehe in der Reichskristallnacht im Alten Rathaus in München durch Goebbels der Auftakt der systematischen Vernichtung jüdischer Glaubenshäuser erklärt wurde. (Maximilian Sterz)

Die verbliebenen, noch nicht geflüchteten jüdischen Mitbürger verloren noch im selben Jahr jeglichen gesetzlichen Mieterschutz. (Maximilian Sterz)

Nicht zu vergessen bleibt auch das gescheiterte Attentat auf Hitler durch Georg Elsers bei dessen jährlichem Treffen im Bürgerbräukeller. (Maximilian Sterz)

Ab 1940 wurde es Juden verboten, den Hofgarten am Odeonsplatz zu besuchen, sie erhielten abends Ausgehverbote. Den Judenstern mussten sie ab ’41 tragen. Zu diesem Zeitpunkt wurde ihre Entmenschlichung gezielt vorangetrieben, die ihnen verbliebenen Rechte eingeschränkt, ihre Besitztümer dokumentiert, die bei noch erfolgter Ausreise enteignet wurden, und seit dem 20.11.1941 Deportationen aus München durchgeführt. (Maximilian Sterz)

Organisierten Widerstand innerhalb der Bevölkerung gegen all diese Unrechte gegenüber den Minderheiten, den Juden, den Alten und Behinderten, Sinti und Roma, gab es nur in Ansätzen. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst, bekannt durch ihre Aktivitäten in der Weißen Rose, einer aus Münchner Studierenden bestehenden Gruppe, die sich vor allem durch das Verteilen von Flugblättern in der Ludwig-Maximilians-Universität gegen den Faschismus und den Nationalsozialismus richteten, wurden zum Tod verurteilt. (Maximilian Sterz)

Gleichzeitig wurden insgesamt 41 Zwangsarbeitslager innerhalb der Stadt, oftmals in unmittelbarer Nähe zu belebten Plätzen, errichtet, in denen die Feinde des NS interniert wurden und später deportiert wurden oder bereits vor Ort anhand der misslichen Lebensbedingungen verstarben. (Maximilian Sterz)

All dies zeigt  den rasanten Aufstieg der NS-Bewegung von einer kleinen ungehörten Gruppe in den Münchner Wirtshäusern, hin zu einer nationalen Ideologie. Die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, die Errichtung der Zwangsarbeitslager in ganz München, die gewaltsamen und organisierten Übergriffe und die menschenfeindliche Propaganda und Rhetorik war offen und für die Allgemeinheit sichtbar. Solch ein Zivilisationsbruch, wie diese Zeit von Historikern zuweilen auch genannt wird, konnte nur gelingen durch Menschen, die zusahen, wegschauten oder im schlimmsten Fall mitmachten.

Der NS bot für viele Menschen ohne Zukunftsperspektiven einen Weg zum schnellen Erfolg und gesellschaftlichem Ansehen. Gepaart mit der Angst selbst in die Mechanismen der Denunziation und Verfolgung zu geraten, der landesweiten Propaganda mittels gleichgeschalteter Medien, wie z.B. dem „Völkischen Beobachter“, und den anfänglichen Kriegserfolgen bestärkt uvm., entwickelte sich kein organisierter, kollektiver Widerstand gegen das NS-Regime, zu dem ein großer Teil der Bevölkerung zählte.