Interpretation

Die Zahlen lassen deutlich erkennen, dass die Wahrnehmung und Kenntnis der lokalen Erinnerungskultur recht gut war, vor allem die Stolpersteine kannte fast jeder.

Auch die Nennung der Stele an der Freckenhorster Straße mitten in der Fußgängerzone bei den Warendorfer Mahnmalen macht deutlich, dass die lokale Erinnerungskultur deutlich wahrgenommen wird und tatsächlich in Erinnerung bleibt.

Die lokale Erinnerungskultur ist mit der Lebenswirklichkeit der Menschen verknüpft und findet so den Weg ins Gedächtnis.

Dass dies bei überregionalen Gedenktagen nicht der Fall ist, zeigt die Aussage zum Gedenktag an den Holocaust am 27. Januar. Dieser ist nur wenigen überhaupt bekannt, obwohl dieser Tag schon seit 12 Jahren im Bundestag mit einer Gedenkstunde begangen wird und alle öffentlichen Gebäude an diesem Tag Halbmast flaggen. Hier liegt die These nahe, dass „von oben“ verordnetes Gedenken den Weg in das Gedächtnis der Menschen nur schwer findet und so wenig Wirkung zeigt.

Die Zustimmung, aber auch die Meinungslosigkeit zu den Aussagen der AfD macht deutlich, dass die Politik gefordert ist, Antworten zu finden auf die Bedenken der Menschen. Hier wird deutlich, dass die Angst um den eigenen Wohlstand vor der Not der anderen steht. Um diese Bedenken zu zerstreuen, sollte die Politik dafür sorgen, dass die Zuwanderer und auch Flüchtlinge schneller ihren Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten dürfen und können.

Insgesamt spiegelt die Zustimmung zu den Aussagen der AfD nahezu das Wahlergebnis zur Bundestagswahl 2017 in Warendorf wider (6 %), wobei natürlich zu berücksichtigen ist, dass den Befragten nicht bekannt war, dass es sich um deren Wahlaussagen handelte.

Abschließend bleibt als Ergebnis  auf jeden Fall festzustellen, dass regionale Erinnerungskultur deutlich besser wahrgenommen wird als überregionale, zumindest wenn es sich um einen Gedenktag handelt. Daraus ist die gesellschaftliche Aufgabe abzuleiten, diesen Tag auch regional mit Leben zu füllen, um ihn in das Bewusstsein der Menschen zu rücken und ihn mit Sinn zu versehen.