Neugestaltung des Vorplatzes am Neuen Jüdischen Friedhof

2006 wurde der Platz vor dem Neuen Jüdischen Friedhof neu gestaltet. Mitinitiator war hier Paul Spiegel, dem dieses Projekt sehr am Herzen lag. Vor der offiziellen Übergabe des Friedhofes am 24.05.2006 starb Paul Spiegel jedoch und konnte es so nicht mehr miterleben.

Auf diesem Vorplatz steht neben einer Informationstafel zum Denkmal „Jüdischer Friedhof“

auch eine neue Gedenktafel aus Glas. Paul Spiegel setzte sich besonders hartnäckig für eine neue Gedenktafel ein, weil er an dem oben genannten Text auf dem Gedenkstein von 1970 deutlich Anstoß nahm, obwohl dessen Errichtung von seinem Vater Hugo unterstützt worden war. Für Paul Spiegel war es nahezu unerträglich, die Formulierung „umgekommen“ so stehen zu lassen. Nach intensiven Diskussionen, vor allem mit dem Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Warendorf“ einigte man sich darauf, den Stein nicht zu ersetzen, sondern zu erhalten, weil er ein Dokument für die Art der Erinnerung zur Zeit der Errichtung darstellt (vgl.: Die Glocke 2.1.2018 und Heimatverein Warendorf).

Die neue gläserne Stele, die auf dem Vorplatz errichtet wurde, ist eher schlicht gehalten. Eine in Metall gefasste, zwei Meter hohe Glaswand trägt als Text in weißer, schlichter Schrift zunächst die Übersetzung des hebräischen Verses aus dem 1. Klagelied, der sich auf dem alten Gedenkstein von 1970 befindet. Darunter steht: „Zum Gedenken an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die durch das nationalsozialistische Terror-Regime ermordet worden sind“.

Hier wird der Fortschritt in der Art des Gedenkens deutlich, Täter und Opfer sind benannt. Das Unrecht wird deutlich ausgesprochen. Am Eingang zum Vorplatz des Jüdischen Friedhofs ist außerdem eine Informationstafel angebracht, die kurz über das Baudenkmal und die Entwicklung informiert.