Volkstrauertag

Ein weiterer Gedenktag ist der Volkstrauertag zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag im November eines jeden Jahres. Ursprünglich zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, wurde er von den Nationalsozialisten völlig umgedeutet zum „Heldengedenktag“. Heute hat sich auch hier das Gedenken gewandelt und schließt mittlerweile alle Opfergruppen ein (vgl.: Ester 1999, S. 187). An diesem Tag findet in vielen Ortschaften eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung statt, die oft einem strengen Ritual folgt.

Auch in Warendorf treffen sich an diesem Tag Vertreter von vielen Gruppen der Stadt, die vom Bürgermeister auch eingeladen werden, auf dem Marktplatz, um dann zur Marienkirche zu ziehen und dort am Alten Turm Kränze niederzulegen. Obwohl die Beteiligung an dieser Veranstaltung recht groß ist, vermisst man doch Jugendliche und junge Erwachsene unter den Beteiligten. Um dem Gedenken an diesem Tag einen anderen Rahmen zu geben, hat Jochen Walter, ehemaliger Bürgermeister von Warendorf, vor zwei Jahren eine Veranstaltung ins Leben gerufen, bei der im Theater am Wall „Lieder für den Frieden“ gesungen werden sollen. Ein Aufruf ergeht an alle, die Lieder beizutragen haben. Dies ist zumindest ein Versuch, das Gedenken an diesem Tag neu zu beleben und andere als die üblichen Bevölkerungsgruppen anzusprechen.