Die Besichtigung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau

Die Besichtigung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau

 

 

 

 

Am Donnerstag stand dann die Besichtigung des Vernichtungslager Birkenau für uns an. Wir wurden in zwei Gruppen mit jeweils einem Guide eingeteilt und alle haben um kurz nach acht Uhr das Gelände betreten. Bereits der Blick auf die vermeintlich unendliche Rampe und das Tor hat glaube ich in allen ein komisches Gefühl ausgelöst, sodass es sofort schlagartig ruhig wurde. Der umliegende Birkenwald und die gesamte Atmosphäre waren angsteinflößend und nicht zuletzt der Winter ließ alles noch düsterer als sonst erscheinen.

 

Unsere Gruppe besichtigte als erstes einen der beiden Wachtürme und zum ersten Mal wurden wir uns der Größe und letztendlich auch dem Ausmaß bewusst. Danach haben wir eine Baracke besichtigt und wir wurden uns erstmals über die Zustände in diesen Lagern bewusst. Wir konnten die Kälte am eigenen Leib spüren und uns mit unseren Winterjacken, Mützen und Schals sogar noch glücklich schätzen. Richtig traurig wurde es für uns, als wir die Baracken der Kinder gesehen haben. Die Mütter haben für die Kinder ein Bild an die Wand gemalt, um sie, wenn auch nur ein wenig, von ihrem Alltag abzulenken. Einige Menschen hatten dort Rosen und kleine Stoffengel niedergelegt und es wurde wieder ganz still in der Gruppe. Diese Kinder wurden ihrer Kindheit beraubt und mussten in Gefangenschaft und Gewalt aufwachsen und trotzdem haben einige wenige diesen Kampf auf sich genommen und überlebt. Der jüngste Überlebende war drei Jahre alt.

Wir sind quer über das Gelände gelaufen und an einem Teich vorbeigekommen, indem Teile der Leichen versenkt wurden. Im Sommer könne man diese Überreste manchmal am Grund erkennen, sagte unser Guide. Im „Kanada-Lager“ wurde es wieder sehr emotional, als wir die verschiedenen Stationen einer Ankunft durchliefen. Haare abrasieren, desinfizieren, duschen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende standen wir vor drei riesigen Wänden, die von Familienfotos übersät waren. Die Opfer hatten Gesichter und es wurde wieder still im Raum, als sich alle in Ruhe die Bilder anschauten, die geprägt von glücklich lächelnden Kindern, Eltern etc. waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend war wieder unsere Reflexionsrunde und die Ergebnisse waren ähnlich. Der Selektionspunkt, das Kanada-Lager, das Familienlager und die Ascheseen haben uns alle besonders berührt. Auch die Überreste der Gaskammern und die Infotafeln die Bilder zeigten, wie viele Familien auf den Tod warteten, sind uns in Erinnerung geblieben. Insgesamt hat sich dieser Tag sehr nahbar angefühlt und die direkte Konfrontation mit den Zuständen, Bildern und Gedenktafeln sind uns sehr unter die Haut gegangen.