Petition

Nachdem wir den Rundgang am 09. November gestalten durften und die Urkunde für 365 Bäume in Israel an Herrn Weinberg übergeben haben, hat uns dieser erneut in der Schule besucht. Er bedankte sich noch einmal für die Urkunde und hat uns weitere Details seiner Vergangenheit berichtet.

So erfuhren wir, dass es in Leer am ehemaligen Standort der Synagoge (die Synagoge wurde in der Reichspogromnacht niedergebrannt) nur eine Gedenktafel, keine Gedenkstätte gibt. Eine Gedenkstätte gibt es in Leer sehr wohl – aber eben an anderer Stelle und die Tatsache, dass kaum einer von uns vorher von dieser Gedenkstätte gehört hatte, spricht eigentlich schon für sich.

Unsere Schule tat sich mit anderen Schulen zusammen und wir starteten eine Unterschriftenaktion für die Errichtung einer Gedenkstätte direkt auf dem ehemaligen Grundstück der Synagoge – weil wir ein ZEICHEN SETZEN wollten.

Dafür haben wir Unterstützung aus den verschiedensten Orten erhalten. Unterschrieben werden konnte sowohl analog als auch online. Bei letzterer Variante gab es auch die Möglichkeit, mit der Unterschrift zusammen einen Kommentar zu hinterlassen. Einige dieser Kommentare spiegeln unsere Ziele wider:

„Gerade in Zeiten wieder aufkommenden Rechtspopulismus und radikaler Positionen im normalen Alltagsgeschehen ist das Erinnern wichtig.“

„Das kleine Hinweisschild ist zu wenig, um an das erlittene Unrecht zu erinnern.“

„Erinnerungskultur ist eines der wichtigsten Themen des deutschen Bewusstseins. Ein solcher Ort muss als Mahnmal erhalten bleiben.“

Trotz ungefähr 2500 gesammelten Unterschriften und so vielen positiven Kommentaren zeigten die Leeraner Bürgermeisterin, der Stadtrat und letztlich auch der Eigentümer des Grundstücks wenig Interesse an unseren Zielen.

Zudem durften wir auch leider am eigenen Leib erfahren, dass Kommentare wie „Das interessiert mich nicht“, „Das ist schon so lange her“ oder „Was habe ich damit zu tun?“ keine Seltenheit waren. Dieses Desinteresse mancher Menschen hat uns während des Sammelns der Unterschriften sehr bestürzt. Allerdings hat uns dies auch teilweise bestärkt, sodass wir unsere Ziele nicht aus den Augen gelassen haben und so viele Menschen wie möglich erreichen wollten.

Albrecht Weinberg unterschreibt unsere Petition