MENSCHEN

Heinrich Rosenberg

Heinrich-Rosenberg-Platz. So lautet der Name, den die Initiative des Friedrich-Gymnasiums für die Neubenennung des Ludwig-Aschoff-Platzes vorschlug. Der Name Heinrich Rosenberg ist vielen Schülern des Friedrich-Gymnasiums nun schon seit mehreren Jahren wieder bekannt. Heinrich Rosenberg wurde am 17. März 1923 in Freiburg geboren und lebte zusammen mit seiner Familie in der Jacobistraße 50, welche nur einen Katzensprung vom Friedrich-Gymnasium entfernt ist, welches er besuchte.[1]

Heinrich Rosenberg auf einer nicht datierten Aufnahme.

Im Jahre 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht und Heinrich Rosenberg besuchte zum ersten Mal das Friedrich-Gymnasium. Die jüdische Gesellschaft litt seit der Machtergreifung Hitlers unter systematischer, antisemitischer Ausgrenzung, der auch Heinrich zum Opfer fallen sollte. Schüler, die der Hitlerjugend oder dem Jungvolk angehörten, brachen Heinrich unter unklaren Umständen die Schulter. Als Heinrich von Mitschülern beleidigt wurde, handelte der Direktor Dr. Ernst Brühler entgegen den nationalsozialistischen Direktiven, als er auf dem Schulhof verlauten ließ, dass niemand aufgrund seiner Religion anders behandelt werde, so ehemalige jüdische Schüler des FGs[2]. Heinrichs Vater, Nathan Rosenberg, arbeitete als Großeisenhändler und wurde am Tag nach der Reichspogromnacht, am 10. November 1938, verhaftet und nach Dachau deportiert. An demselben Tag folgte auch die Anordnung, Heinrich Rosenberg dürfe das Friedrich-Gymnasium nicht länger besuchen und sei bis auf weiteres vom Unterricht ausgeschlossen. Im Oktober 1940 wurden Heinrich Rosenberg und seine Mutter, Ilse Rosenberg, nach Südfrankreich in das Internierungslager Gurs deportiert, in dem furchtbare Zustände herrschten. Als dann 1942 die Wannsee-Konferenz die „Endlösung“ der Juden beschloss, wurden Heinrich Rosenberg und seine Mutter noch im September gleichen Jahres nach Auschwitz deportiert, wo sich ihre Spuren verlieren.[3] Heinrich Rosenberg wurde nur 19 Jahre alt.

Vor dem Haus, in dem die Familie Rosenberg lebte, sind drei Stolpersteine verlegt worden, welche bei der „Stolpersteinputzaktion“ am 9. November 2019 geputzt wurden. Anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wollten einige Jugendorganisationen ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen und an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.