Fahrradtour mit Symbolkraft

Mit insgesamt 42 Schülerinnen und Schüler der Johannes-Gutenberg-Realschule Münster-Hiltrup absolvierten sieben Schülerinnen und Schüler des AMG Beckum vom 5. bis 16. Juni 2019 in zwölf Tagen eine mehr als 630 Kilometer lange Tour von Auschwitz nach Berlin. Mit dem Fahrrad.

Start- und Zielpunkt waren europäische Orte mit historischem Tiefgang und Prägekraft für die europäische Identität: die Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz in Polen und das Holocaust-Mahnmal in Berlin. Eine Fahrradtour mit Symbolkraft also. Nicht nur, weil die Tagesetappen zwischen 62 und 94 Kilometern betrugen. Klimafreundlich und nur per Muskelkraft bewegten wir uns durch einen uns bislang weitgehend unbekannten Teil Europas.

Foto: Simon Wessel

Freundliche Grüße an die AfD

Mit dieser Aktion wollten wir ein Zeichen setzen: „Friedensfahrt 2019 – weil das Thema eben kein ‚Vogelschiss der deutschen Geschichte‘ ist“, lautet das Motto der Fahrt. Unterwegs in Polen zierte es die Pullover aller Teilnehmer. Freundliche Grüße an Herrn Gauland und seine AfD.

Schule mit Courage

„Wenn man einander kennenlernt, kann man Vorurteile abbauen“, gab der Beckumer Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann, Schirmherr der „Friedensfahrt 2019“, den sieben Schülerinnen und Schülern des AMG Beckum bei der offiziellen Verabschiedung mit auf den Weg. Ausgewählt wurden Schülerinnen und Schüler des Regierungsbezirkes Münster, die das Gütesiegel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ tragen. Kriterien waren ein überzeugendes Motivationsschreiben und überdurchschnittliches soziales Engagement.

Position beziehen, Vorurteile abbauen

Neben intergenerationellen Dialogen zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen lag der Fokus der „Friedensfahrt 2019“ auf der vertiefenden reflektierten Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Position beziehen, Vorurteile abbauen und dem Antisemitismus trotzen – in Zeiten von Rechtspopulismus und wiedererstarktem Rechtsextremismus sicher keine einfache, aber eine dringend notwendige Aufgabe. Wir gingen sie an.

Memory is only real when shared

Simon Wessel hat die „Friedensfahrt 2019“ mit der Kamera dokumentiert. Anhand seiner Fotos möchten wir die Tour in Bildern erzählen, unsere Erlebnisse mit Euch teilen. Zeigen, dass es manchmal der Anstrengung bedarf, um Vorurteile abzubauen und sich auf andere Menschen einzulassen. Beweisen, dass sich diese Mühe lohnt. Appellieren, nicht immer den einfachsten Weg zu wählen. Anregen, neugierig zu sein. Ermutigen, Position zu beziehen.