Auschwitz

Raum der Erinnerung. Hier begann sie, unsere „Friedensfahrt“. Sowohl lokal als auch ideal. In zwei mehrstündigen Führungen besuchten wir an zwei Tagen das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Arbeitslager, Vernichtungslager, Krematorien. Ein Gang ohne Hoffnung, ohne Umkehr, ohne Menschlichkeit. Sprachlosigkeit, Schweigen, Tränen. Und Wut. Über die Propagandamaschine der Nationalsozialisten, über deren verquere Ideologie und über die Mitläufer, die Auschwitz-Birkenau durch Wegschauen, Denunziation oder Ausgrenzung möglich machten.

Tag zwei. Die Wut, Sprachlosigkeit und das Schweigen sind drängenden Fragen gewichen: Warum tun Menschen anderen Menschen so etwas an? Lassen es geschehen? Verhindern es nicht? Unsere Gedanken haben wir auf einer Postkarte festgehalten und diese in unsere Heimatstadt verschickt. Über mögliche Antworten auf unsere Fragen werden wir in den nächsten Tagen sehr viel auf dem Fahrrad diskutieren, völlig einig waren wir uns jedoch über den Sinn unserer Tour: Friedensfahrt 2019 – weil das Thema eben kein „Vogelschiss der deutschen Geschichte“ ist.