Unterwegs

Daumen hoch. Unterwegs lernten wir die Gastfreundschaft unserer polnischen Nachbarn kennen und schätzen. Beispielsweise in Opole, Olawa, Prochowicze oder Szprowoda trafen wir auf polnische Jugendliche, übernachteten in polnischen Schulen und Jugendzentren. Unser Reisebericht:

Auschwitz-Gliwice. Heute haben wir Auschwitz verlassen. 64 Kilometer, 26 Grad, kein Gegenwind. Nach sieben Stunden dann die Ankunft in Gliwice: 42 Blauhelme mit gelben Warnwesten auf dem Fahrrad – in Gliwice gern gesehen. Herzliche Begrüßung im städtischen Internat, unserem heutigen Domizil. Abendessen, Kennenlernen. Dann der Besuch der Radiostation „Gleiwitz“. Ein historischer Ort mit Lokalkolorit: Der inszenierte Überfall auf den Reichssender Gleiwitz am 31. August 1939 diente den Nationalsozialisten als Vorwand für den Überfall auf Polen am 1. September 1939 – der Beginn des 2. Weltkrieges.

Opole. Willkommen zu Gast bei Freunden in Polen. 42 Gelbwesten und Blauhelme auf österreichischen Leezen. Staunende Einheimische, neugierige Blicke: Lachen und Winken. Trotz Kolonne – kein Drängeln und Hupen auf den Straßen. Gelassenheit und Aufgeschlossenheit auch bei unseren polnischen Gastgebern: In Opole empfing uns die Schulleitung samt Kollegium einer Grundschule, in der wir übernachteten, bei unserer Ankunft mit einem herzhaften polnischen BBQ. Wir revanchierten uns mit Gesellschaftsspielen – wer braucht da schon eine Dusche? Abends dann Gespräche über das deutsche und polnische Schulsystem. Eine saubere ähm… runde Sache.

On the Road again: In Olawa entließen uns unsere Gastgeber nach einem intensiven Austausch und einem üppigen Frühstücksbüffet auf den nächsten Streckenabschnitt. Unser erstes Ziel: Der Briefkasten. Die Postkarte an unseren Schulleiter einwerfen. Denn nicht zuletzt in Olawa zeigte sich einmal mehr: Es kommt auf die Menschen an, die Schule gestalten und leben.

Prochowicze. Übernachtung in einer Feuerwache. Wieder keine Dusche, ein Feuerwehrschlauch sorgte für Abkühlung. Wir sangen trotzdem im künstlichen Sprühregen. 90 Kilometer bei 35 Grad in sengender Hitze sind einfach kein Spaziergang…

Szprowoda. Herzlicher Empfang durch den Bürgermeister. Das Medieninteresse bei unserem Termin im Rathaus war hoch. Wir überreichten unser Gastgeschenk, eine Fahrradklingel. Natürlich.

Gubin-Fürstenwalde. 12 Uhr mittags, High Noon und Kilometer 500. Ein paar Kilometer weiter überquerten wir die deutsche Grenze. Völlig unspektakulär. Kein Grenzer, kein Häuschen, nur ein schmaler Grenzstein wies uns den Weg. Doch kaum hatten wir die Grenze passiert, setzte das Hupen und Meckern der Autofahrer ein. Willkommen daheim!