Deutschland und die olympischen Spiele

Bis zum Ersten Weltkrieg

  • 1896 – Sommerspiele in Athen

    • 1. Olympiade nach Antike
    • Deutschland: zweitgrößte Mannschaft (21 Athleten)
    • jüdische Cousins Alfred und Gustav Felix Flatow auch dabei
      • später von Nationalsozialisten verfolgt
      • starben 1942 und 1945 im Ghetto Theresienstadt
  • 1900 – Sommerspiele in Paris

  • 1904 – Sommerspiele in St. Louis

    • Deutschland: größte europäische Mannschaft (17 Teilnehmer)
  • 1906 – Zwischenspiele in Athen

    • zehnjähriges Jubiläum der Spiele
    • Deutschland: 47 Athleten, sowie einige Olympiasieger von 1896 als Ehrengäste
  • 1908 – Sommerspiele in London

    • erste deutsche Frauen teilgenommen
  • 1912 – Sommerspiele in Stockholm

Während des ersten Weltkrieges

  • 1916 – Sommerspiele in Berlin

    • Ausfall der Spiele aufgrund des Attentats von Sarajevo, worauf ein unerwartet langer Krieg folgte
    • jedoch keine offizielle Absage

Während der Weimarer Republik

  • 1920 – Sommerspiele in Amsterdam

    • Deutschland ausgeschlossen
  • 1922 – Deutsche Kampfspiele, Sommer in Berlin und Winter in Garmisch-Partenkirchen

  • 1924 – 1. Winterspiele in Chamonix und Sommerspiele in Paris

    • Deutschland ausgeschlossen
  • 1925 – Deutscher Olympischer Ausschuss strebte Wiederzulassung Deutschlands bei Olympischen Spielen an

  • 1926 – Deutsche Kampfspiele, Sommer in Köln und Winter in Triberg und Titisee

  • 1928 – Winterspiele in St. Moritz und Sommerspiele in Amsterdam

    • Deutschland wieder dabei
  • 1930 – Deutsche Kampfspiele, Sommer in Breslau und Winter in Krummhübel

  • 1932 – Winterspiele in Lake Placid und Sommerspiele in Los Angeles

Während des Nationalsozialismus‘

  • 1934 – Deutsche Kampfspiele, Sommer in Nürnberg und München und Winter in Schierke

  • 1936 – Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen und Sommerspiele in Berlin

    • waren noch zu Zeiten der Weimarer Republik an Deutschland vergeben worden
    • Hitler erst kein Interesse an Olympischen Spielen
    • Propagandaminister Goebbels von Propagandawirkung überzeugt
    • Wirkung nicht gefährden: Repression gegen Juden eingeschränkt und Weltoffenheit vorgetäuscht, auch nahmen viele Frauen teil
    • Hitler gratulierte nur Deutschen -> Hinweis: allen oder keinem -> verzichtete auf weitere Auftritte
    Sommerspiele in Berlin
    • erster Fackellauf der olympischen Geschichte
    • u.a. favorisierter Ringer Werner Seelenbinder im Halbschwergewicht nur 4. Rang
      • war 1928 in KPD eingetreten
      • wurde 1944 vom Volkgerichtshof zum Tode verteilt, da er einen KPD-Kurier unterstützt haben soll
  • 1938 – Deutsche Kampfspiele, Sommer in Breslau

  • 1940 – Winterspiele in Sapporo und Sommerspiele in Tokio

  • 1944 – Winterspiele in Cortina d’Ampezzo und Sommerspiele in London

    • fielen aufgrund des 2. Weltkrieges aus

Während des Ost-West-Konfliktes

  • 1945 – Kontrollrat der Alliierten beschloss Auflösung aller Sportorganisationen

  • 1946 – Antrag bei der amerikanischen Militärregierung – Gründung eines Nationalen Olympischen Komitees (NOK) – abgelehnt

  • 1947 – Gründung eines provisorischen Deutschen Olympischen Ausschusses

    • von IOC nicht anerkannt, da er keinen anerkannten Staat vertrat
    • Deutschland zu Spielen 1948 nicht eingeladen, auch wegen der Verursachung des 2. Weltkrieges
  • 1948 – Winterspiele in St. Moritz und Sommerspiele in London

    • Carl Diem (war mit Präsidenten des IOC befreundet) und der Turner Helmut Bantz, welcher als Kriegsgefangener die britischen Turner betreute, nahmen teil
  • 1949 – Gründung des NOKs Deutschlands

  • 1950 – Zuspruch und Anerkennung eines eigenen NOKs für das Saarland

  • 1951 – Aufnahme des NOKs der BRD durch IOC

    • Ablehnung des NOKs der DDR (Antrag später eingereicht, ein Staat nicht durch zwei NOKs vertretbar) durch IOC
      -> Aufforderung des IOCs zu gesamtdeutschen NOK und gemeinsamer Mannschaft
    • Verhandlungen verlaufen erfolglos (BRD bestand auf Alleinvertretungsanspruch, DDR bestand auf Mitspracherecht bei Auswahl der Athleten)
  • 1952 – Winterspiele in Oslo

    • Athlet*innen der DDR nahmen nicht teil
    • BRD erfolgreich
    • Norwegen begrüßte Teilnehmer*innen sportlich fair
    • da Frage der Deutschen Nationalhymne noch nicht geklärt war –> Hauptthema „Ode an die Freude“ gespielt

    1952 – Sommerspiele in Helsinki

    • keine Athlet*innen der DDR
    • Saarland das einzige Mal mit eigenständigem NOK teilgenommen
  • 1955 – Kompromiss

    • vorläufige Aufnahme der DDR in IOC
    • dafür BRD und DDR gemeinsame Mannschaft
  • 1956 – Winterspiele in Cortina d’Ampezzo und Sommerspiele in Melbourne (und Stockholm, nur die Reiterspiele)

    • gesamtdeutsche Mannschaft (Saarland eingeschlossen) ohne Ausscheidungswettkämpfe zusammengestellt
  • 1960 – Winterspiele im Squaw Valley und Sommerspiele in Rom

  • 1961 – Bau der Berliner Mauer

    • Verbot für Deutschen Sportbund in DDR zu reisen, um Sportler*innen einzuladen
  • 1962 – Teilnahme einer gesamtdeutschen Mannschaft an Olympischen Spielen 1964 angezweifelt

    • Schweizer IOC-Mitglied Mayer als Vermittler
    • Vorschlag: keine Ausscheidungskämpfe, getrennt als eine Mannschaft antreten, mit selber Flagge und Hymne
    • Verhandlungen -> Vorschlag angenommen
  • 1964 – Winterspiele in Innsbruck und Sommerspiele in Tokio

  • 1968 – Winterspiele in Grenoble und Sommerspiele in Mexico City

    • getrennte deutsche Mannschaften
    • gleiche Flagge (mit Olympiaringen) und gleiche Hymne („Ode an die Freude“)
  • 1965 – DDR-NOK als vollständiges Mitglied in IOC aufgenommen

  • 1972 – Winterspiele in Sapporo und Sommerspiele in München

    • deutsche Mannschaften vollständig voneinander getrennt teilgenommen
    • mit Austragung wollte sich die BRD vom Nationalsozialismus abgrenzen: 36 + 36 ungleich 72
  • 1976 – Winterspiele in Innsbruck und Sommerspiele in Montreal

  • 1979 – sowjetische Invasion in Afghanistan

    • US-Außenminister fordert von IOC Entzug der Sommerspiele 1980 in Moskau
      ->  Sport nicht von Politik bestimmt
  • 1980 – Winterspiele in Lake Placid und Boykott der Sommerspiele in Moskau

    • US-Präsident fordert USA-NOK zu Boykott auf
    • viele Nationen schlossen sich an, andere überließen Athlet*innen Wahl
    • BRD folgte Beispiel der USA
    • DDR dagegen nahm teil
  • 1984 – Winterspiele in Sarajevo und Revanche bei Sommerspielen in Los Angeles

    • NOK der UdSSR beschloss Boykott der Sommerspiele
    • dasselbe von Ostblock erwartet
    • DDR wollte aber USA besiegen
    • Handgreiflichkeiten zwischen DDR-Sportchef und UdSSR-Sportminister
    • DDR setzt schließlich Boykott um
    • Rumänien nimmt als einziges Ostblockland teil
  • 1988 – Winterspiele in Calgary und Sommerspiele in Seoul

    • letztes Mal zwei deutsche Mannschaften
  • 1990 – deutsche Wiedervereinigung

Nach der deutschen Wiedervereinigung

  • Probleme bei Zusammenführung beider sportpolitischer Systeme u.a. hinsichtlich Finanzierung, Doping und Beschäftigten
  • 1992 – Winterspiele in Albertville und Sommerspiele in Barcelona

    • nach 56 Jahren erstes Mal Mannschaft eines einigen deutschen Staates
  • 1994 – Winterspiele in Lillehammer

    • Probleme ostdeutschen Sports wurden offensichtlicher:
      • massiver Personalabbau
      • Athlet*innen konnten sich nicht wie in DDR bei Berufsplanung auf Staat verlassen
      • finanzieller Aufwand zur Entsendung der Athlet*innen nach Olympia
      • Regierung hielt an Förderung des Spitzensports fest
  • 1996 – Sommerspiele in Atlanta

  • 1998 – Winterspiele in Nagano

    • Vergangenheit des Sports in DDR gerichtlich aufgearbeitet
  • 2000 – Sommerspiele in Sydney


https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/geschichte_der_olympischen_spiele/index.html (17.11.2020, 09.05 – 09.07 Uhr)

http://www.franks-laufseite.de/olympische%20geschichte%20deutschlands.html (17.11.2020, 09.14 – 12.28 Uhr)

https://www.olympia-lexikon.de/Hauptseite (17.11.2020, 12.33 – 12.47 Uhr)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kampfspiele#Austragungen (17.11.2020, 12.53 – 12.55 Uhr)