Israel und die olympischen Spiele

Die Teilnahme israelischer Sportler an Olympischen Spielen

Im Jahr 1933 wurde das Nationale Olympische Komitee für Palästina gegründet. Dieses wurde im Jahre 1952 in das Internationale Olympische Komitee aufgenommen, sodass Israel im selben Jahr zum ersten Mal an einer Olympiade, den Olympischen Sommerspielen in Helsinki, teilnahm. In Helsinki trat Israel mit 3 Frauen und 22 Männern in 17 Wettbewerben an. Die Teilnahme blieb 1952 ohne Erfolg. Ab 1952 war Israel bis ins Jahr 1976 bei allen Olympischen Sommerspielen dabei.

Israel wurde 1978 aus den asiatischen Sportverbänden ausgeschlossen. Anschließend wurde von den meisten osteuropäischen Verbänden die Aufnahme Israels in die europäische Vereinigung abgelehnt. Im Jahr 1980 nahm Israel nicht an den Sommerspielen teil. In den folgenden Jahren musste Israel bei der Qualifikation für Olympia in der Gruppe für Ozeanien mitmachen.

Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde Israel in die übrigen europäischen Sportverbände aufgenommen. Seit 1984 ist Israel ohne Unterbrechung Teilnehmer und wird auch an den nächsten, nach 2021 verschobenen, Olympischen Sommerspielen teilnehmen. Im Jahr 1994 war Israel erstmals Teilnehmer bei den Olympischen Winterspielen, bei welchen sie seitdem auch immer dabei waren.

Die Bedeutung, dass Israel an den Olympischen Spielen in München teilnahm

Bei der Olympiade 2004 in Athen weigerte sich der als Favorit gehandelte iranische Judoka Arash Miresmaeili gegen seinen israelischen Erstrundengegner Ehud Vaks anzutreten und schied somit ohne einen Kampf bestritten zu haben aus dem olympischen Turnier.

Der iranische Schwimmer Mohammad Alirezaei verzichtete bei der Olympiade 2008 in Peking auf einen Start im Vorlauf über 100 m Brust der Männer, weil in diesem Lauf auch der Israeli Tom Beeri gemeldet war.

Die Beziehungen zwischen der Olympischen Bewegung und dem Staat Israel standen mehr als 40 Jahre lang im Schatten internationaler Konflikte, die die Teilnahme israelischer Sportler an den Asienspielen beendete und an den Mittelmeerspielen verhinderte. Insbesondere die Entwicklungen und Ereignisse im Nahen Osten, wie z.B. die Kriege mit arabischen Nachbarstaaten 1956, 1967 und 1973, sowie der Angriff palästinensischer Terroristen auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München wirkten sich auf die internationalen Sportbeziehungen Israels aus. Die antisowjetische Orientierung der israelischen Außenpolitik führte schließlich zum Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau. Erst 1994 normalisierte sich das Verhältnis zwischen der Olympischen Bewegung und Israel, nachdem die israelischen Sportverbände in die europäischen Sportstrukturen eingegliedert worden waren. Zum ersten Mal wurde auch ein Israeli in das IOC gewählt.

Bedeutung für die internationale Beziehung

Für die Bundesrepublik Deutschland, aber auch für den Staat Israel war die Teilnahme israelischer Sportler äußerst wichtig.

Für die Bundesrepublik war es wichtig, der Welt zu zeigen, dass der junge deutsche Staat nichts mehr mit dem Nationalsozialismus zu tun hat. Es sollten heitere und freundliche Spiele werden und ein vollkommen anderes Deutschland wie 1936 repräsentieren. Gleichzeitig sollte der von Bundeskanzler Adenauer eingeschlagene Weg der Annäherung an Israel fortgesetzt werden.

Israel wollte mit der Entsendung einer großen Delegation aus Sportlern, Kampfrichtern und Funktionären (53 Teilnehmer) auch die Bereitschaft zur Versöhnung signalisieren. Das war ein schwieriges Unterfangen, denn alle Teilnehmer waren auf die verschiedenste Weise mit dem Holocaust verbunden.

Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1972 in München

Leichtathletik

  • Shaul Ladany
  • Esther Roth

Fechten

  • Dan Alon
  • Yehuda Weissenstein

Gewichtheben

  • David Berger
  • Ze’ev Friedman
  • Yossef Romano

Ringen

  • Eliezer Halfin
  • Mark Slavin
  • Gad Tsobari

Schießen

  • Henry Hershkowitz
  • Zelig Stroch

Schwimmen

  • Shlomit Nir

Segeln

  • Yair Michaeli
  • Itzhak Nir

https://fis.dshs-koeln.de/portal/de/publications/israel-in-der-olympischen-beweguung(6824f7f7-c1c7-4150-a54f-88066983a49b).html (13.10.20, 15:13 Uhr)

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Olympische_Spiele_(Israel) (13.10.20, 15:20 Uhr)

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/gedenken-das-sind-die-geschichten-der-opfer-des-olympia-attentats-von-1972-1.3655834 (13.10.20, 15:28 Uhr)