Wege und Echos

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

— Primo Levi

22 Teilnehmer unseres Projektkurses des elften Jahrgangs der Maria Montessori Gesamtschule in Aachen, haben zwischen dem 24. Februar 2020 und dem 28. Februar 2020 an einer Gedenkstättenfahrt teilgenommen.

Erinnerung an die Aachener Juden im KZ Belzec.

Unsere Reise ging nach Polen, wo wir die etwas weniger bekannten Lager/Gedenkstätten besichtigt haben, wie z. B. das Transit-Ghetto Izbica und das Vernichtungslager Majdanek.

Aus vielen Berichten und Filmen, ist Ausschwitz immer eine Art Symbolträger des Holocausts, so dass es nahezu jedem bekannt ist, daher war es interessant auch etwas über andere Lager/Ghettos zu erfahren, die es in Polen gab.

Unsere mehrtägige Exkursion begann in Warschau.
Dort haben wir sowohl die Stadt, als auch das ehemalige jüdische Ghetto besichtigt und anschließend im Museum der jüdischen Geschichte (in Polin) die bisherigen Informationen vertieft.

Weiter ging es dann nach Lublin, wo es damals ein großes jüdisches Viertel gab, welches später zum Ghetto wurde.

Anschließend wurden wir im NN-Theater, welches sich im Grodzka-Tor befindet, erstmals mit den Opfern und der jüdischen Geschichte konfrontiert.

Unsere vorletzte Station war das Transit-Ghetto Izbica, welches eine Verwahrstelle für die Juden war, um sie von da aus auf die umliegenden Vernichtungslager (z.B. Sobibor, Belzec, Majdanek…) zu verteilen.

Die Verfolgung der Spuren des Holocausts führte uns letztlich an die Orte, an denen auch die Reise unzähliger Juden endete, nämlich in die Vernichtungslager Belzec und Majdanek.

Durch unsere Vorbereitungen auf die Thematik vor der Reise und unsere Erfahrungen während der Reise, sind wir der Geschichte des Nazi-Regimes so nahegekommen, wie es nur möglich war.

Doch trotz aller Infos und den sichtbaren Beweisen und zurückgelassenen Spuren in den Lagern, sind wir letztlich doch nur auf Wege und Echos der Geschichte gestoßen.

Unsere Generation ist mit dafür verantwortlich, der Geschichte weiterhin zu gedenken und NIE zu vergessen, welch ein grausames Schicksal der jüdischen Bevölkerung und anderen Verfolgten unter dem Nazi-Regime widerfuhr!

Daher war es uns wichtig, unsere Erfahrungen und Eindrücke aus dieser sehr interessanten Reise in Form eines Tagebuchs festzuhalten und damit andere Interessierte an unseren Eindrücken und Emotionen teilhaben zu lassen.

Wir wünschen uns, dass unser Tagebuch bei so vielen wie möglich Interesse weckt, sich mit dem Thema der Judenverfolgung unter dem NS-Regime auseinanderzusetzen.

Es ist wichtig, die Erinnerung wach zu halten, niemals zu vergessen und sich aktiv dafür einzusetzen, dass es NIE wieder zu solchen Gräueltaten kommt!

Text von Grégory Johnen