Lublin

Dienstag, den 25.02.2020

Text von Lea Reimus

Lublin gehört zu den wichtigsten Zentren der polnischen Geschichte und liegt ungefähr 160 km von der Hauptstadt Warschau entfernt.
Lublin ist die neuntgrößte Stadt Polens.

Kaja Wagner

Am Dienstag, den 25. Februar 2020, sind wir um 10h nach Lublin gefahren und haben mit einer Stadterkundung angefangen.

In unseren Augen war Lublin eine sehr schöne Stadt, mit vielen schönen Plätzen.
Gerade die Altstadt hatte etwas sehr Ansprechendes, v. a. aufgrund der Gebäude aus der Renaissance- und Barock-Zeit.

Nach einer kurzen Erkundung der Stadt haben wir schließlich um 14h das NN Theater besichtigt.

Bei dem NN-Theater handelt es sich um ein Projekt, welches viele Materialien mit Bezug zur polnischen Geschichte sammelt.
Im Gesamten bildet es eine große Ausstellung, welche z.B. aus Fotos und Akten von Zeit- und Augenzeugen.

Die Akten im NN-Theater sind Archiv und Kunstwerk zugleich, die meisten Akten sind leer, manche haben nicht einmal einen Namen.

1990 wurde das Theater hergerichtet und am 11. Mai fand die erste Ausstellung statt.

Das Theater, welches auch Grodzka Gate genannt wird, war die Verbindung zwischen dem christlichen und dem jüdischen Viertel, welches es seit dem 14. Jhd. In Lublin gab.

Die Ausstellung war sehr interessant, da sie viele Eindrücke aus dem Leben der Juden und der jüdischen Kultur bot.
Es gab zahlreiche unterschiedliche Materialien mit denen man arbeiten konnten und die einem das jüdische Leben näher brachten.

Während der Ausstellung gab es auch eine Führung bei der wir viele historische Fakten erfuhren, welche den Eindruck der Sammlungen nochmal unterstützen.

Zum Ende hin sind wir nochmal durch die Stadt gegangen, diesmal mit dem Augenmerk auf dem jüdischen Ghetto.

Lublin. Hinter dem Theater NN lag das frühere jüdische Viertel, das im Zuge der Aktion Reinhard vollständig zerstört wurde.

Das jüdische Ghetto in Lublin wurde im März 1941 gegründet und bestand bis April 1942.

Da die Bevölkerung Lublins zu einem großen Teil aus Juden bestand, stand die Stadt unter Beobachtung von zahlreichen deutschen Soldaten, von denen viele SS-Männer Juden aus ihren eigenen Häusern vertrieben.

Durch den Zwang als Jude ab dem 10. Lebensjahr einen Judenstern zu tragen, wurden die Juden noch stärker ausgegrenzt, auch jüdische Geschäfte wurden gut sichtbar gekennzeichnet.

In das jüdische Ghetto in Lublin wurden nicht nur die Lubliner Juden untergebracht, auch aus anderen Regionen Polens und des Deutschen Reichs wurden Juden in dieses Ghetto deportiert.

Die jüdischen Bewohner wurden zu Zwangsarbeit gezwungen, bei der sie bisweilen auch den Tod fanden.

Einer der Gründe für das jüdische Ghetto war es für die deutsche Armee in Lublin Platz zu schaffen.
Insgesamt befanden sich in dem Ghetto rund 14 000 Juden auf engstem Raum, auch hier sorgte vor allem diese Enge für die schnelle Verbreitung von Krankheiten und Epidemien.

Das Ghetto wurde später in zwei Teile geteilt: Teil A war mit arbeitslosen Juden gefüllt und in Teil B befanden sich die Juden, die für die Deutschen arbeiteten.

Bei der Auflösung des Ghettos wurden viele Juden in das Lager Belczec gebracht, wo sie bei ihrer Ankunft in den Gaskammern getötet wurden.

Die arbeitenden Juden kamen in das Lager in Majdanek, wo anschließend die „Aktion Reinhardt“ stattfand. (s. „Aktion Erntefest/Aktion Reihardt“) Insgesamt war der Tag in Lublin sehr informationsreich und das NN Theater ist eine sehr gute Anlaufstelle, um mehr über das jüdische Leben in Lublin zu erfahren.