Resumé

Abschließend können wir sagen, dass uns diese emotional doch sehr mitgenommen hat.

Obwohl wir uns vorher in mehreren Unterrichtseinheiten mit dem Thema befasst und vor der Fahrt nach Polen auch andere Exkursionen gemacht haben, wie z. B. nach Vogelsang, so ist es doch etwas völlig anderes sich theoretisch mit den Fakten, Zahlen etc. auseinanderzusetzen, als dem ganzen auf einmal real gegenüberzustehen.

Im Lager Majdanek haben die vorher so nüchternen Zahlen auf einmal ein Gesicht bekommen.
Gerade dort hat man gespürt wie unfassbar groß die Anzahl der Opfer ist, mit welcher Grausamkeit sie behandelt und ermordet wurden und wie viele Familien, ja ganze Generationen komplett ausgelöscht wurden.

Es hat uns sprachlos gemacht, vor diesem riesigen Berg Schuhe zu stehen und uns klar zu machen, dass jedes Paar für eine Frau, einen Mann, ein Kind steht und alle nur aufgrund ihrer Religion und subjektiven „Andersartigkeit“ ermordet wurden.
Diese Menschen hatten vorher ein Leben mit Träumen, Problemen, einem Alltag wie wir und wurden ohne irgendein Selbstverschulden aus ihrem Leben gerissen um grausam ermordet zu werden.

Dies ist etwas, was uns alle noch lange Zeit gefühlsmäßig beschäftigen wird.

Resultierend aus unseren Erfahrungen, die wir auf dieser Reise gemacht haben, ist uns klar geworden, dass dieses Zeit der Deutschen Geschichte nie in Vergessenheit geraten darf und jeder Einzelne auch aktiv gefragt ist offen gegen Rassismus und Antisemitismus vorzugehen.

Es darf nicht sein, dass in einem Land mit dieser Vorgeschichte rechtsradikale Parteien wieder vermehrt Zulauf haben und in den Bundestag gewählt werden können.

Demonstrationen rechtsradikaler Gruppierungen finden wieder vermehrt statt und gerade bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen findet eine gefährliche Relativierung der damaligen Judenverfolgung statt.

So stellt sich z.B. ein Mädchen mit Anne Frank auf eine Stufe, nur weil sie an ihrem Geburtstag, den sie entgegen der gültigen Corona-Maßnahmen mit Freunden gefeiert hat, sehr leise sein mussten, damit die Nachbarn sie nicht hören und eventuell „denunzieren“ könnten.
Das muss ein Schlag ins Gesicht jedes Überlebenden des Holocausts und der in Deutschland lebenden Juden sein, dass ein ausgefallener Geburtstag mit dem jahrelangen Martyrium Anne Franks, welches schließlich tödlich im Lager „Bergen Belsen“ endete, gleichgesetzt wird.

Damit der Rechtsextremismus in Deutschland nicht mehr soweit erstarkt, dass ein Nazi-Deutschland wie unter Hitler nochmal möglich ist, ist jeder einzelne aktiv gefragt.

Jeder kann etwas dazu beitragen, dass Rassismus und Antisemitismus keinen Platz mehr in Deutschland haben!
Z. b. dadurch, sich politisch einzusetzen, auf Gegendemos zu gehen, oder einfach nur jemandem beizustehen, wenn man mitbekommt, dass diese Person angegriffen/verspottet wird. Für die damalige Geschichte ist unsere Generation nicht verantwortlich, aber es liegt an uns, dass es nie wieder soweit kommt!