Hessentaler Todesmarsch


HESSENTALER TODESMARSCH

Angesichts des Vormarsches der US-Truppen im Frühjahr 1945 nach Nordwürttemberg räumte die SS unter dem SS-Untersturmführer Heinrich Wicker das Lager Hessental (eine Außenstelle des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof/Elsass) am 5. April 1945 und trieb deren insgesammt 800  (meist polnische) Juden im sogenannten „Hessentaler Todesmarsch“ in Richtung des Konzentrationslagers Dachau.

Streckenverlauf des „Hessentaler Todesmarsches“ (Skizze©Haas 2018)

Entlang der Marschroute spielten sich schreckliche Szenen ab, als viele der ausgehungerten Häftlinge an Entkräftung starben oder von den SS-Wachen ermordet wurden. 

Die Marschroute führte über Bühlertann, Rosenberg und Ellwangen (6.April 1945). Hier wurden am 7. April 1945 siebenundzwanzig Gefangene neben der Sandgrube von Dalkingen erschossen. Weiter ging es über Neunheim (mit 27 im Neunheimer Steinbruch notdürftig verscharrten Häftlingen), nach Röhlingen, Zöbingen (mit 42 Toten), Wallerstein bis Nördlingen, von wo aus die Überlebenden per Bahn nach Karlsfeld bei München transportiert wurden.

Zu Fuß ging es ab dem 11. April 1945 in das Außenlager Allach des Konzentrationslagers Dachau. Hier trafen die Häftlinge zwischen dem 14. und 15. April 1945 ein. Insgesamt fielen dem Hessentaler Todesmarsch etwa 150-200 Häftlinge zum Opfer.

Ein Teil der Häftlinge wurde sodann noch weiter in Richtung Alpen (Siehe Dachauer Todesmarsch) verschleppt und dort schließlich am 30. April 1945 durch die Amerikaner befreit.