Fremdenhass im Osten

Warum genau der Osten?

Mit dieser Frage setzten sich schon etliche Wissenschaftler auseinander. Warum ist in den neuen Bundesländern,  dort wo die Zahl der Migranten am niedrigsten ist, der Fremdenhass am größten? Der Ursprung dieser Problematik liegt bereits Jahrzehnte zurück und hat nach wie vor mit der damaligen Aufteilung Deutschlands zu tun. In der ehemaligen DDR wurde zwar Völkerfreundschaft als wichtiger Wert vermittelt, jedoch wurden die meisten Migranten oft nur als Gäste betrachtet und es kam nie zu einer wirklichen kulturellen Vereinigung zwischen verschiedenen Völkern in der DDR. Im Westen hingegen kristallisierte sich viel schneller eine multikulturelle Vielfalt heraus. Doch dieser kulturelle Unterschied wurde lange nicht aufgeholt, auch wirtschaftlich existieren immer noch große Unterschiede zwischen West und Ost. Ein großer Anteil der ostdeutschen Bevölkerung fühlte sich lange durch die Wende wirtschaftlich benachteiligt. Der Systemunterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus spielt dabei eine große Rolle.

Hinzu kommt, dass im Osten starke sprachliche Barrieren existieren, viele Leute können eher schlecht oder gar kein Englisch, auch Französisch, eine Sprache die viele Asylanten aufgrund ihrer Herkunft beherrschen, wird im Osten kaum gesprochen. Dies hängt mit dem ehemaligen Sowjetischen Schulystem zusammen, dort wurde der Fokus auf Russisch gelegt.

Auch  28 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint der Frust vieler Ostdeutscher nicht beseitigt zu sein. Die politischen Ursachen wurden lange kleingeredet und ignoriert, so dass es kaum Möglichkeiten für Änderungen innerhalb der 28 Jahre gab. Erst seit der Bundestagswahl 2017 ist der gesamten Bevölkerung das Problem wirklich bewusst, es bringt aber auch nichts nun den gesamten Osten als rechtspopulistisch abzustempeln. Stattdessen muss dieses Problem mehr aufgegriffen werden, so müssen sich die Volksparteien eingestehen, dass in den vergangen Jahren viele Dinge falsch angegangen worden sind und nun eine Umstruktierung der politischen Schwerpunkte zugunsten Ostdeutschlands stattfinden muss.